Bevor ich mich auf den Weg machte, um der Küste entlang in den Norden zu
fahren, traf ich am Rand von San Francisco noch meinen Schwager und Neffen.
Zufällig waren sie gerade zur selben Zeit wie ich hier in den Ferien. So konnte
ich wieder einmal zwei Tage in Gesellschaft verbringen und Schweizerdeutsch
sprechen.
Ansträngende Küstenstrasse
Anschliessend ging es gut ausgeruht weiter Richtung Norden. Da die Küste
sehr zerklüftet ist, ging es viel auf und ab. An manchen Tagen hatte ich kaum
einen Meter, auf dem es nicht entweder steil hinauf oder steil hinab ging.
Dementsprechend ansträngend war auch das vorankommen. Zum schweren Gelände kam
noch der kalte Wind. Meistens wehte er mir von Norden eisig entgegen und die
Temperaturen waren stehts um die 10 Grad frisch. Dafür hatte ich immer wieder
schöne Ausblicke auf den Pazifik und die Küste.
Kleinere Ortschaften wechselten sich mit Naturparks und Landwirtschaft ab.
Dadurch hatte ich stehts guten Natelempfang und konnte mehrmals pro Tag
einkaufen oder einkehren. So hatte ich stehts viel zu Essen und konnte mir
sogar etwas Fettreserven anlegen. Diese kann ich dann in der Wildnis von Kanada
gut gebrauchen, wenn es nicht mehr so viele Läden und Restaurants gibt.
Bequemes Übernachten
Viele State Parks entlang der Küste haben auch Campingplätze und diese
wiederum einen Bereich, der für Wanderer und Veofahrer reserviert ist. Auf den
Hiker & Biker Plätzen konnte ich für 5-10 Doller pro Nacht übernachten.
Während ich in Kalifornien für eine Dusche noch zusätzlich was bezahlen musste,
war in Oregon die Dusche inklusive und oft hatte es sogar einen Stromanschluss.
Täglich begegnete ich auf der Strasse anderen Veloreisenden. Auf den zum
Teil ziemlich grossen Hiker & Biker Plätzen war ich jedoch meistens alleine.
Im Sommer muss da einiges los sein, wenn sie so viel Platz für Veloreisende
reservieren.
Redwood National und State Parks
Ca. in der Mitte zwischen San Francisco und Portland durchquerte ich den
Redwood National und State Park. Der ist berühmt für seine riesigen Mammutbäumen.
Mit einer Höhe von bis zu 115 m sind die Küstenmammutbäume die höchsten Bäume
der Erde. Zudem können sie einen Stammdurchmesser von bis zu 8 m erreichen und
die ältesten sind bereits über 2000 Jahre alt.
Neben diesen Riesen kam ich mir winzig klein und unbedeutend vor. Ich bin
fasziniert wie ein Lebewesen so gross und alt werden kann. Doch leider sind
auch diese Bäume bedroht und es steht nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen
Population. Denn ihr Holz ist sehr wertvoll und begehrt.
Europäische Breitengrade
Inzwischen habe ich das Wüstenklima definitiv hinter mir gelassen. An
manchen Mörgen liegt eine nasse Schicht Tau auf dem Zelt und die Wäsche
trocknet nicht mehr so schnell. So muss nun Phönix auch am Tag als
Wäscheständer hinhalten und auf dem Gepäcksträger trocknen jeweils diverse Kleider.
Das Klima erinnert mich stark an Europa. Kein Wunder, denn Portland ist auf demselben
Breitengrad wie Mailand. Ich bin also schon bald auf derselben Höhe wie die
Schweiz und befinde mich nun auf Breitengraden, die ich schon einmal bereist
bin.
Abschied vom Pazifik
So wie ich die Wüsten hinter mir gelassen habe, musste ich mich nun auch
vom Pazifik verabschieden. Ab hier geht es durch das Landesinnere in den
Norden. Mit den Abschieden wird mir bewusst, dass diese Reise langsam dem Ende
entgegen geht. Bis zum Arktischen Meer geht es zwar immer noch mehrere tausend
Kilometer. Es sind jedoch schon lange nicht mehr so viele wie auch schon und
das Ziel kommt langsam in greifbare Nähe. Einerseits bedaure ich das und
beneide diejenigen, die in den Süden fahren und das gesamte Abenteuer noch vor
sich haben. Anderseits freue ich mich auch sehr darauf in die Schweiz zurück zu
kehren. Freunde wieder zu sehen und ab September habe ich sogar wieder eine
eigene Wohnung mit all den Vorteilen vom sesshaften Leben.
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