Überfällige Pause
Trotz meines zusätzlichen Ruhetages in Delta Junction, kehrte meine Energie
nicht zurück. Die Beine waren auch danach noch schwer und ich auch nach über 9
Stunden Schlaf noch müde. Ich denke, mein Körper sagte mir so, dass wieder
einmal eine grössere Pause nötig wäre. Nicht nur um die Beine auszuruhen,
sondern auch um all die Erlebnisse, die ich im hohen Norden sammeln durfte zu
verarbeiten. Doch so kurz vor dem Ende dieser Reise machte es keinen Sinn mehr,
nochmals eine grössere Pause zu machen. Ausserdem sagen die Wetterapps schon länger
eine Schlechtwetterperiode voraus.
Denali Hwy
So fuhr ich etwas langsamer als sonst nach dem Ruhetag weiter. Nach und
nach kam ich in die Berge und die Landschaft wurde wieder spannender. Bereits am
ersten Abend fand ich ein Übernachtungsplatz mit einer wunderschönen Aussicht,
obwohl ich noch nicht einmal auf dem Denali Hwy war.
Am zweiten Tag erreichte ich dann den Denali Hwy. Dies war die erste Strasse,
die durch diese Region führte und den Denali Nationalpark erschloss. Heute kann
der Denali Nationalpark über andere Strassen schneller und bequemer erreicht
werden und der Denali Hwy ist nicht mehr so stark befahren. Die Landschaft,
durch die der gut 200 km lange Highway führt ist dafür sehr eindrücklich.
Gletscher haben breite, runde Täler mit vielen Seen und Sümpfen geschaffen und
im Hintergrund hat es immer wieder eindrückliche Schneeberge. Nach jeder Kurve
erwartete mich ein neues Panorama und ich musste immer wieder anhalten um Fotos
zu machen oder einfach nur um zu staunen. So hatte ich immer wieder einen Grund
Pause zu machen und kam nicht mehr so schnell voran.
Wieder einmal zu wenig Proviant
Da es auf dem gesamten Denali Hwy, ausser ein paar Lodges keine Infrastruktur
gibt, habe ich für vier Tage Lebensmittel mitgenommen. Da ich jedoch kürzere Tagesetappen
machte als gedacht, wurde mir in der Mitte des Denali Hwy plötzlich bewusst,
dass mir bei diesem Tempo lange vor dem nächsten Lebensmittelladen das Essen
ausgeht. Also musste ich doch wieder etwas länger im Sattel bleiben und an
vielen schönen Pausenplätzen vorbeifahren.
Die letzte Routenentscheidung
Kurz vor dem Ende des Denali Hwy kam dann der schon lange angekündigte
Wetterumbruch. Der blaue Himmel verschwand und es begann zu regnen. Am Ende der
Strasse musste ich mich dann nochmals entscheiden. Fahre ich nach links und
direkt nach Anchorage oder nach rechts und mache noch einen Abstecher in den
Denali Nationalpark. Lange sass ich vor dem Tankstellenshop am Boden, ass Tankstellenfood
und überlegte hin und her. Gerne hätte ich den Denali Nationalpark besucht, doch
für die nächsten Tage war da Dauerregen gemeldet. Weiter im Süden, Richtung
Anchorage war jedoch Sonne vorhergesagt. So konnte ich mich nicht mehr motivieren
mit den müden Beinen eine Zusatzschlaufe im Regen zu drehen und fuhr der Sonne
entgegen.
Anchorage und ein weiteres Ende
Während hinter mir die Berge noch lange in dicke Wolken gehüllt waren, kam
ich schon bald wieder in die Sonne. So erreichte ich nach weiteren drei Tagen
Anchorage. Auch hier habe ich auf Airbnb eine Unterkunft gebucht. Dieses Mal
jedoch nur ein Zimmer und der Rest der Wohnung teile ich mit der Besitzerin und
anderen Gästen.
Die Ankunft hier fühlte sich jedoch überhaupt nicht wie eine Zielankunft
an. Anchorage war auch nie ein Ziel für mich und ich fuhr nur hier hin, da es
von hier aus den besten Flugverbindungen gibt. Mein Ziel ist und bleibt
Tuktoyaktuk und die Ankunft da am Polarmeer bleibt ein Höhepunkt dieser Reise.
Die Fahrt nun durch Alaska ist also so eine Zugabe und die Ankunft hier in
Anchorage nur ein Zwischenschritt vor der Heimreise.
Heimreise
Also begann ich sofort nach meiner Ankunft mit den Vorbereitungen für den
Heimflug. Ich schaute meine Ausrüstung durch und überlegte was mit zurück nach
Europa kommt und was sein Lebensende erreicht und entsorgt werden kann. Bei
einem Velogeschäft bekam ich einen grossen Karton und Phönix wurde geputzt, auseinandergenommen
und verpackt.
Nun ist fast alles fertig vorbereitet und Morgen kehre ich nach 19 Monaten
wieder zurück in die Schweiz. Ich freue mich riesig meine Freunde und Familie
wieder zu sehen und bin gespannt wie mir der Wechsel vom Herumreisen zum Sesshaft
sein gelingen wird.
Ich spüre, dass ich etwas Pause vom Herumreisen brauche und etwas Zeit um
all die Erlebnisse zu verarbeiten. Weiss aber auch, dass ich nach ein paar
Jahren höchstwahrscheinlich erneut losziehen werde. Es gibt noch sooo viel zu Sehen und sooo viel zu Erleben…
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| Biber |
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| Denali Hwy |
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| Arktisches Ziesel |
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| Denali Hwy |
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| Eisgraues Murmeltier |
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| Denali Hwy |
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| Mount Denali |
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| junger Weisskopfseeadler (der weisse Kopf bekommt er erst im Erwachsenenalter) |
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| Abendessen |
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| letzte Nacht im Zelt |
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| letzter Tag auf dem Velo entlang der Autobahn |


















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