Montag, 26. Mai 2025

Erste Etappe durch Kanada (Prince George, Kanada)

Kaum hatte ich Vancouver hinter mir, so war ich auch schon wieder in der Natur. Die Landschaft sah mit den Fjorden, Felsen und den Schnee bedeckten Bergen ein bisschen wie Norwegen aus. Wie in Norwegen hatte ich auch hier viele Höhenmeter zu machen und das Wetter war sehr wechselhaft. Immer wieder regnete es und die Temperaturen wurden auch mit Sonne nicht wirklich warm.

Fountain Valley

Nach einem Pass kam ich in ein weiteres Tal und der Himmel wurde blau und die Temperaturen plötzlich angenehm warm. Hinter einer Tankstelle durfte ich mit einer wunderschönen Sicht in die Schlucht zelten. Von der Besitzerin der Tankstelle erfuhr ich dann, dass sie da im Fountain Valley viel weniger Regen haben als in den Gegenden ausserhalb. Auch die Temperaturen sind höher und sie kann sogar Tomaten im Freien anbauen, wofür das Klima in dieser Gegend ansonsten viel zu rau ist. Als ich dann genauer schaute, viel mir auch auf, dass es in dem Tal viel weniger Bäume hat und die Landschaft viel karger und trockener ist. Eher wie in Peru und überhaupt nicht mehr wie Norwegen. Kaum hatte ich am nächsten Tag das Tal wieder verlassen, war es wieder viel grüner, hatte dichten Wald und regnete.
 
Verkehr
Hatte es kurz nach Vancouver noch viel Verkehr auf der Strasse, so nahm der schon bald ab und es wurde ruhiger. Dafür hatte es immer wie mehr Wohnmobile und Wohnwagen. Darunter auch wieder einige mit Europäischen Nummernschildern und Schweizer. In den USA sah ich nur sehr wenige, hier hat es nun wieder viel mehr.
 

Wilde Tiere

Schon bald hatte es auch Schilder, die vor Bären und Elchen warnten. Elche hatte ich in US-Nationalparks bereits gesehen. Bären jedoch noch nie in freier Wildnis. Dementsprechend nervös wurde ich auch und der Gedanke, dass jederzeit ein Bär um die Ecke kommen könnte, war etwas unheimlich. So schlief ich die erste Nach in der ich wildzeltete nicht wirklich tief und erwachte an Geräuschen, die mir normalerweise nichts machen. Zum Glück konnte ich oft auf einfachen Campingplätzen schlafen. Da gibt es zwar auch keinen Zaun und die Bären könnten problemlos über den Campingplatz gehen. Doch fühlte ich mich trotzdem sicherer und schlief tiefer.
Einen Bären live sah ich jedoch lange nicht. Dafür regelmässig Hirsche, einen Seeadler, einen Wolf und viele Gänse und andere Vögel.
Schliesslich, in einer Gegend in der es viel Landwirschaft hatte und ich nicht unbedingt mit einem Bären rechnete, sah ich plötzlich einer gemütlich über eine Weide spazieren. Schon nach wenigen Sekunden verschwand er unter Bäumen. Ich freute mich sehr meinen ersten Bären in freier Wildbahn gesehen zu haben und gerne hätte ich ihn noch etwas länger beobachtet. Wenn ich aber die Reiseberichte anderer Reisenden hier ansehe, so werde ich sicher noch andere sehen. Wobei näher kommen brauchen sie nicht wirklich. Da haben mir die rund 150 m schon ausgereicht.
 

Noch keine Einsamkeit

Langsam wurde die Landschaft wieder flacher und sah nicht mehr wie Norwegen aus. In den Wäldern hat es immer wie mehr Birken, überall kleine Seen, rote Häuser und immer wie mehr Mücken. Fast wie in Schweden.
Auch wenn die Natur schon ziemlich wild ist, so konnte ich noch jeden Tag mindestens einmal einkaufen und auch bis auf einmal noch jede Nacht auf einem Zeltplatz oder was Ähnlichem übernachten. 
Die nächste grössere Ortschaft auf meiner Route ist Whitehorse und kommt erst in 1600 km. Bis da viel Natur, aber auch immer wieder Tankstellen oder kleine Ortschaften. Wenn ich richtig recherchiert hab, ist die längste Distanz zwischen zwei Einkaufmöglichkeiten 250 km. Also muss ich immer noch nicht extrem viel Proviant mitnehmen. Ob ich dazwischen jedoch einen Ruhetag machen kann, weiss ich noch nicht. So geniesse ich es nochmals hier in Prince George die Beine hochzulegen und mich auf die lange Etappe vorzubereiten. Ich bin sehr gespannt und freue mich darauf, wenn es endlich noch wilder und einsamer wird. 





Brandywine Falls



Fountain Valley

Fountain Valley


Weisskopfseeadler




Schwarzbär



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