Kaum hatte ich Vancouver hinter mir, so war ich auch schon wieder in der
Natur. Die Landschaft sah mit den Fjorden, Felsen und den Schnee bedeckten
Bergen ein bisschen wie Norwegen aus. Wie in Norwegen hatte ich auch hier viele
Höhenmeter zu machen und das Wetter war sehr wechselhaft. Immer wieder regnete
es und die Temperaturen wurden auch mit Sonne nicht wirklich warm.
Fountain Valley
Nach einem Pass kam ich in ein weiteres Tal und der Himmel wurde blau und
die Temperaturen plötzlich angenehm warm. Hinter einer Tankstelle durfte ich
mit einer wunderschönen Sicht in die Schlucht zelten. Von der Besitzerin der
Tankstelle erfuhr ich dann, dass sie da im Fountain Valley viel weniger Regen
haben als in den Gegenden ausserhalb. Auch die Temperaturen sind höher und sie
kann sogar Tomaten im Freien anbauen, wofür das Klima in dieser Gegend ansonsten
viel zu rau ist. Als ich dann genauer schaute, viel mir auch auf, dass es in
dem Tal viel weniger Bäume hat und die Landschaft viel karger und trockener ist.
Eher wie in Peru und überhaupt nicht mehr wie Norwegen. Kaum hatte ich am nächsten
Tag das Tal wieder verlassen, war es wieder viel grüner, hatte dichten Wald und
regnete.
Verkehr
Hatte es kurz nach Vancouver noch viel Verkehr auf der Strasse, so nahm der
schon bald ab und es wurde ruhiger. Dafür hatte es immer wie mehr Wohnmobile
und Wohnwagen. Darunter auch wieder einige mit Europäischen Nummernschildern und
Schweizer. In den USA sah ich nur sehr wenige, hier hat es nun wieder viel mehr.
Wilde Tiere
Schon bald hatte es auch Schilder, die vor Bären und Elchen warnten. Elche hatte
ich in US-Nationalparks bereits gesehen. Bären jedoch noch nie in freier
Wildnis. Dementsprechend nervös wurde ich auch und der Gedanke, dass jederzeit
ein Bär um die Ecke kommen könnte, war etwas unheimlich. So schlief ich die
erste Nach in der ich wildzeltete nicht wirklich tief und erwachte an Geräuschen,
die mir normalerweise nichts machen. Zum Glück konnte ich oft auf einfachen
Campingplätzen schlafen. Da gibt es zwar auch keinen Zaun und die Bären könnten
problemlos über den Campingplatz gehen. Doch fühlte ich mich trotzdem sicherer
und schlief tiefer.
Einen Bären live sah ich jedoch lange nicht. Dafür regelmässig Hirsche,
einen Seeadler, einen Wolf und viele Gänse und andere Vögel.
Schliesslich, in einer Gegend in der es viel Landwirschaft hatte und ich
nicht unbedingt mit einem Bären rechnete, sah ich plötzlich einer gemütlich
über eine Weide spazieren. Schon nach wenigen Sekunden verschwand er unter Bäumen.
Ich freute mich sehr meinen ersten Bären in freier Wildbahn gesehen zu haben und
gerne hätte ich ihn noch etwas länger beobachtet. Wenn ich aber die
Reiseberichte anderer Reisenden hier ansehe, so werde ich sicher noch andere sehen.
Wobei näher kommen brauchen sie nicht wirklich. Da haben mir die rund 150 m
schon ausgereicht.
Noch keine Einsamkeit
Langsam wurde die Landschaft wieder flacher und sah nicht mehr wie Norwegen
aus. In den Wäldern hat es immer wie mehr Birken, überall kleine Seen, rote Häuser
und immer wie mehr Mücken. Fast wie in Schweden.
Auch wenn die Natur schon ziemlich wild ist, so konnte ich noch jeden Tag mindestens
einmal einkaufen und auch bis auf einmal noch jede Nacht auf einem Zeltplatz
oder was Ähnlichem übernachten.
Die
nächste grössere Ortschaft auf meiner Route ist Whitehorse und kommt erst in
1600 km. Bis da viel Natur, aber auch immer wieder Tankstellen oder kleine
Ortschaften. Wenn ich richtig recherchiert hab, ist die längste Distanz
zwischen zwei Einkaufmöglichkeiten 250 km. Also muss ich immer noch nicht
extrem viel Proviant mitnehmen. Ob ich dazwischen jedoch einen Ruhetag machen kann, weiss ich noch nicht. So geniesse ich es nochmals hier in Prince George die Beine hochzulegen und mich auf die lange Etappe vorzubereiten. Ich bin sehr gespannt und freue mich darauf, wenn es endlich noch wilder und einsamer wird.
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| Brandywine Falls |
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| Fountain Valley |
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| Fountain Valley |
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| Weisskopfseeadler |
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| Schwarzbär |














































