Arches Nationalpark
Ausgeruht machte ich mich auf, um weitere Nationalparks zu erkunden. Leider
hatte der Arches Nationalpark auf dem Campingplatz keinen freien Platz mehr und
ein spontanes Übernachten war nicht möglich. So lies ich das Gepäck im Hostel
zurück, besuchte den Park und kehrte am Abend wieder nach Moab zurück. Dadurch war
ich zwar leichter und schneller unterwegs, musste aber auch etwas mehr Kilometer
machen und schauen, dass ich am Abend wieder zurück in der Zivilisation war.
Der Arches Nationalpark ist für seine vielen Steinbögen bekannt. Dadurch,
dass die obere Felsschicht härter als die untere ist, verwittert die untere schneller
und dadurch entstehen die verschiedenen Bögen.
Bei weitem war ich nicht der Einzige, der die Bögen besichtigte. Um die
bekannteren Bögen oder die, die besser erreichbar sind tummelten sich viele
Touristen. Wiederum war es sehr amüsant die Leute zu beobachten. Für die kurzen
Wanderungen von den Parkplätzen zu den Bögen hatten die einten top moderne Kleider
und Ausrüstung, mit der man auch hohe Berge besteigen könnte. Andere wanderten
in Flipflops. Auch wiederum lustig war es zuzuschauen, wie sie sich in Pose warfen
und sich in den unmöglichsten Positionen fotografieren liessen. Einer machte seiner
Freundin unter einem Bogen sogar einen Heiratsantrag und machte dadurch alles
noch viel lächerlicher. Aber wenn man die vielen Menschen ausblendete oder
etwas weiter von der Strasse weg ging, so war die Landschaft sehr eindrücklich
und faszinierend.
Canyonlands Nationalpark
Nicht weit vom Arches Nationalpark entfernt kam auch schon der nächste
Park. Etwas weniger bekannt aber nicht weniger eindrücklich ist der Canyonlands
Nationalpark. Inmitten einer riesigen, unwegsamen Canyonlandschaft führt auf
einem Bergrücken eine gut ausgebaute Strasse in den Park hinein. Von
zahlreichen Aussichtspunkten aus hat man eine fantastische Aussicht auf die
verklüftete Landschaft. An den meisten Aussichtspunkten hatte ich das Gefühl zu
fliegen und genoss die weite Sicht. Dieses Mal gelang es mir einen Platz auf
dem Campingplatz zu ergattern und im Park zu übernachten. So konnte ich die
Aussicht in vollen Zügen geniessen. Ich glaube, dieser Park hat mir bis jetzt
am besten gefallen.
Capitol Reef Nationalpark
Nach dem Arches und Canyonlands Nationalpark wendete ich und fuhr wieder
Richtung Südwesten. Weiter in den Norden käme ich zwar auch nach Kanada, die Landschaft
ist da jedoch weniger spannend und der Weg durch die hohen Bergen recht
anstrengend. Zudem will ich noch weitere Nationalparks und Städte hier im
Südwesten der USA besuchen.
Ich rechnete damit bis zum Bryce Nationalpark ein paar Tage durch etwas langweiligere
Landschaft zu fahren. Der erste Tag war auch recht eintönig. Ich genoss es trotzdem,
wieder einmal ohne viel zu denken geradeaus fahren zu können und die vielen
Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten. Doch bereits am zweiten Tag hatte es immer wie mehr Felsen am Strassenrand. Überraschenderweise kam ich dann durch
einen weiteren Nationalpark, von dem ich noch nie was gehört hatte. Beim planen
meiner Route hatte ich ihn nicht bemerkt und erst einen Tag vorher
festgestellt, dass da nochmals ein Park kommt. Auch hier hätte ich wieder
zahlreiche schöne Wanderungen machen können, entschied mich dann doch dagegen
und besuchte nur die Sehenswürdigkeiten, die direkt an der Strasse lagen. Wie
zum Beispiel 700 bis 1700 Jahre alte Felszeichnungen oder Obstplantagen der
ersten europäischen Siedler.
Bryce Canyon Nationalpark.
Nachdem ich ein paar Tage etwas weniger hoch in den Bergen war und die Temperaturen
etwas wärmer, stieg die Strasse erneut weit über 2000 m hinauf. Gleichzeitig musste
natürlich auch das Wetter wieder kälter werden und die Temperaturen fielen erneut
unter den Gefrierpunkt. Zum Glück schneite es dieses Mal nicht und ich konnte
den Bryce Canyon Nationalpark trocken besuchen. Auch hier konnte ich nach etwas diskutieren
und hilfsbedürftig dreinschauen einen Platz auf dem Campingplatz ergattern und
eine Nacht direkt im Park schlafen.
Wie die Parks davor ist auch der Bryce Canyon einzigartig und Stellenweise sieht
es aus wie auf einem anderen Planeten. Auch da ist der Boden stark erodiert. Es
gab jedoch keine Bögen wie im Arches, sondern zahlreiche Säulen, in denen man
mit etwas Fantasie alles Mögliche sehen kann.
Las Vegas
Es gäbe noch vieles zu entdecken und noch weitere Nationalparks, State Parks
oder andere Schutzgebiete und Sehenswürdigkeiten. Doch langsam wollte ich
wieder ein Stück vorankommen und fuhr an ein paar Sachen vorbei. Nochmals ging
es hinauf in den Schnee auf über 3000 m und danach drei Tage lang fast nur
hinab. Leider kam der Wind während der Abfahrt fast immer genau von vorne und Stellenweise
hätte es weniger Energie gebraucht in die andere Richtung hinauf zu fahren als gegen
den Wind hinab. So war die Abfahrt etwas ansträngender und langsamer als
erwartet.
So erreichte ich die erste Grossstadt in den USA und fuhr nach Las Vegas
hinein.
Da die Reifen von Phönix bereits wieder abgelaufen sind, suchte ich als
erstes einen Velomechaniker. Natürlich war der, mit dem besten Sortiment an
Reifen genau auf der anderen Seite der Stadt und ich musste durch endlose
Wohnquartiere fahren. Dies waren mit Abstand die langweiligsten 30 km dieser
Reise. Alle Häuser und Strassen sahen gleich aus und Hecken und Zäune verdeckten das meiste spannende. Der Mechaniker hatte dann aber die gewünschten Reifen am
Lager und er Umweg hat sich wenigstens gelohnt.
Am nächsten Tag, als ich die
Reifen montierte, riss ein Bremskabel. Also fuhr ich erneut zu einem Velomechaniker.
Dieses Mal einer der näher an meiner Unterkunft lag. Ich hätte zwar ein
Reservekabel dabei, aber wenn es schon mitten in einer Stadt kaputt geht, macht
es keinen Sinn, dass ich das Reservekabel montiere und lasse besser die Profis
ran. Leider hate der Mechaniker nicht sofort Zeit und Phönix musste eine Nacht
bei ihm bleiben. So machte ich mich halt zu Fuss und Bus auf um Las Vegas zu
entdecken.
Mittlerweile war ich bereits in vielen Städten. Aber so was wie Las Vegas habe
ich noch nie gesehen. Neben den langweiligen Wohngebieten am Rande der Stadt,
geht es im Zentrum richtig ab. Ein Hotel und Casino steht neben dem anderen und
jedes versucht das andere durch irgendetwas zu übertreffen. Alles ist auf Konsum
ausgelegt und auf jedem Quadratmeter kann man etwas kaufen oder es wird für etwas
Werbung gemacht. Alles blinkt und macht Musik. Stellenweise hört man
gleichzeitig drei oder noch mehr Lieder zusammen laufen. Da ja jeder den anderen
übertrumpfen will, natürlich alles in voller Lautstärke.
Zu dem grossen Durcheinander kommen noch die riesigen Spielhallen. Auch da
drinnen blickt und klingelt es aus allen Ecken und meine Sinne wussten nicht
was sie mit den vielen Informationen machen sollten. So lief ich nur durch die
Hallen hindurch und setzte mich an keinen der Automaten. Bereits der Anblick
der vielen Automaten und Spieltische reichte mir genügend. Das Bedürfnis da
auch noch Geld reinzustecken hatte ich überhaupt nicht. Selbst die Aussicht,
mir damit das Geld für den Rest der Reise verdienen zu können reizte mich
nicht.
So bin ich froh, bald wieder hinaus in die Wüste fahren zu können.
Einsamkeit und endlose Weite liegen mir mehr als blinkende Spielhallen.
 |
Canyonlands Nationalpark
|
 |
| Arches Nationalpark |
 |
| Arches Nationalpark |
 |
Arches Nationalpark
|
 |
Canyonlands Nationalpark
|
 |
Canyonlands Nationalpark
|
 |
Canyonlands Nationalpark
|
 |
Canyonlands Nationalpark
|
 |
| Bryce Canyon Nationalpark |
 |
Bryce Canyon Nationalpark
|
 |
Bryce Canyon Nationalpark
|
 |
| Las Vegas |
 |
| Las Vegas |
 |
| Las Vegas |
 |
| Las Vegas |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen