Nachdem ich wieder aus Las Vegas hinaus und über zwei Pässe gefahren war,
erreichte ich das Death Valley. Ich habe schon viel von diesem Ort gehört und
von anderen Veloreisenden, die es durchquert haben. Da ich Wüsten und
Herausforderungen mag, wollte ich unbedingt auch da hindurch fahren. Dabei
stellte ich mir vor, dass es sich um ein Stück einsame Wüste handelt, wie ich
sie schon öfters durchquert habe und es viel Durchhaltewille braucht um es zu
durchqueren.
Tief, trocken und heiss
Als erstes wurde mir klar, dass Valley wirklich Tal bedeutet. Nach dem
letzten Pass wollte es fast nicht aufhören hinab zu gehen und ich erreichte die
Talsohle erst 80 m unter dem Meeresspiegel. Mit einer Höhe von bis zu -86 m ist
das Death Valley nämlich der tiefste Ort Nordamerikas.
Als zweites stellte ich fest, dass es sich überhaupt nicht nur um ein Stück
einsame Wüste handelt. Die Landschaft ist alles andere als eintönig, sondern spannend
und abwechslungsreich. Die Hänge rund um das Tal herum sind mit tiefen ausgewaschenen
Furchen durchzogen und das Gestein hat alle möglichen Farben. Diese Hänge verhindern
zudem, dass Wolken ins Tal kommen und das Death Valley ist dadurch einer der
trockensten Orte der Welt. Regnet es trotzdem einmal, so kann das Wasser nicht
abfliessen, sammelt sich am Talgrund und hinterlässt grosse Salzseen.
Am bekanntesten ist das Death Valley jedoch für seine Temperaturen und gilt
als heissester Ort auf der Erde. Durch seine tiefe Lage, seine Ausrichtung und Geografie
erhitzt sich die Luft darin aussergewöhnlich stark und es werden regelmässig
Temperauren über 50 Grad gemessen.
Ausserhalb des Tals herschten angenehme Frühlingstemperaturen um die 20
Grad. Als ich jedoch ins Tal hinab fuhr wurden es schnell über 30 Grad und auch
in der Nacht kühlte es nicht wirklich ab. Ich hätte nie gedacht, dass die
Temperaturen da wirklich so viel wärmer sind als ausserhalb. So kam ich wieder
einmal zünftig ins schwitzen und genoss die sommerlichen Temperaturen sehr. Zu meiner
Überraschung hielten die warmen Temperaturen auf der anderen Seite des Tals an.
Nun bin ich zwar wieder ausserhalb des Tals und erneut über 1000 m. Am Tag wird
es jedoch immer noch oft 30 Grad und wärmer. Laut meinem Wetter-App ist es nun
im Death Valley bereits knapp 40 Grad warm. Da hatte ich Glück, es noch vor dieser
Hitzewelle durch das Tal geschafft zu haben und nun die Wärme in höheren Lagen
geniessen zu können.
Touristen
Da das Death Valley ein Nationalpark und sehr bekannt ist, hatte es auch
viele Touristen darin. Dadurch hat es regelmässig Versorgungspunkte mit Wasser
und grossen Campingplätzen. So hatte ich immer genügend Wasser und einen Platz
zum Übernachten. Dadurch war die Durchquerung zwar ein sehr schönes und
eindrückliches Erlebnis, aber nicht wirklich eine grosse Herausforderung.
Anscheinend scheint es jedoch etws spezielles zu ein, einen Velofahrer da
zu sehen. Ich wurde von den anderen Touristen so viel angesprochen wie schon länger
nicht mehr.
Nun bin ich wieder zurück in der Zivilisation und staune immer noch
regelmässig ab den US-Amerikanern. Ich dachte immer in den Filmen wird alles
übertrieben. Aber es ist wirklich so hier und die Orte sehen wirklich so aus.
Genau vor einem Jahr fuhr ich durch Bolivien und staunte da ab der
Landschaft und wie die Menschen leben. Nun fahre ich durch die USA und bin
wieder am Staunen. Die Lebensweise der Menschen könnte jedoch nicht unterschiedlicher
sein.














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