Die Nächte wurden immer wie kälter
und schliesslich begann es sogar zu schneien. Die nächste Unterkunft wäre noch
50 km weiter gewesen und ein sehr teures Hotel. Also suchte ich mir trotz Schneesturm
einen Platz zum Zelten. Noch nie habe ich im Zelt übernachtet während es
schneite. Zum Glück fand ich eine geschützte Stelle in einem Wäldchen und so
war wenigstens der Wind kein Problem. Aufgebaut war das Zelt schnell, nun waren
jedoch alle Taschen voller Schnee und ich musste sie ziemlich lange mit kalten Fingern
abwischen, bis ich sie endlich ins Zelt nehmen konnte ohne darin eine Überschwemmung
zu veranstalten. Dabei froren mir nicht nur die Finger ein, sondern auch der
Lappen wurde immer wie steifer.
Während die Nacht im warmen
Schlafsack warm und angenehm war, so wurde das Aufstehen wieder recht
unangenehm. Über Nacht hat der Himmel aufgeklart, die Temperaturen sind dadurch
noch weiter gesunken und alles war steif gefroren.
Zu meiner Überraschung funktionierte
trotz Schnee, Eis und Kälte sowohl der Kocher wie auch alle Teile an Phönix
reibungslos. Auch die Strasse war nicht vereist und ich konnte auch mit den
abgenutzten Reifen problemlos darauf fahren.
Die Nacht im Schnee war im Grossen
und Ganzen einfacher und angenehmer als erwartet. Trotzdem brauche ich es nicht
gleich wieder und bevorzuge auch weiterhin das Wüstenklima.
Schon bald kam ich in etwas
tiefere Lagen und der Schnee verschwand wieder. Die Temperaturen stiegen jedoch
trotzdem nicht über 10 Grad und mit einem sehr kalten Wind fühlte es sich viel
kälter an.
Navajo Nation Reservation
So kam ich ziemlich verfroren im
Navajo Nation Reseration an. Das ist mit einer Fläche von 71'000 km2 (1,6x die
Schweiz) das grösste Indianerreservat der USA. In diesem Gebiet gelten andere
Gesetzte als im Rest der USA. Es fühlte sich auch so an als fuhre ich durch ein
anderes Land. Die Strassenschilder, Geschäfte und Sprache waren zwar immer noch
dieselben, aber der Wohlstand ist deutlich tiefer. Überall stehen ärmliche
Hütten mit viel Gerümpel und Müll darum herum. Und die Bewohner sind fast alle
Indigene, dass ich als Weisser wieder deutlich auffiel.
Monument Valley
Neben Wüste und Steppe gibt es im
Navajo Nation Reservation auch mehrere Sehenswürdigkeiten und Naturparks. Auch
diese werden nicht durch die USA verwaltet, sondern durch die Navajo Nation.
Ich besuchte das Navajo National Monument: alte Ruinen, welche im Schutz von
Felsvorsprüngen gebaut wurden und die Zeit überstanden haben. Sehr eindrücklich!
Auch das viel berühmtere Monument
Valley, in dem zahlreiche Western und andere Filme wie «Zurück in die Zukunft»
oder «Forrest Gump» gedreht wurden befindet sich im Navajo Nation Reservation
und wird von der Navajo Nation verwaltet.
Schon seit ich begonnen hab meine Route
durch die USA zu planen freute ich mich darauf, durch das Monument Valley
fahren zu können. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Wie die Felsen
da verstreut in der Gegend herumstehen und aus der roten Wüste herausschauen
ist sehr beeindruckend.
Wie im ganzen Navajo Nation
Reservation ist es auch im Monument Valley nicht möglich wild zu zelten. Es
gibt jedoch verschiedene Zeltplätze. Schliesslich sprang ich über meinen
Schatten und leistete mir den teuersten Zeltplatz meines Lebens. Nicht wirklich
eben und bis auf ein WC und heisse Dusche keinen Luxus. Dafür eine fantastische
Aussicht auf die berühmten Felsen.
Am nächsten Tag fuhr ich dann über
den Forrest Gump Hill und stellte mich wie alle anderen Touristen mitten auf
die Strasse um Fotos zu machen…
Goosenecks State Park
Nicht weit ausserhalb des Monument
Valley ist ein weiteres Naturwunder. Der San Juan River hat sich da in mehreren
engen Schlaufen in den Boden gegraben. Von einem Aussichtspunkt aus kann man
nun die engen Schlaufen bewundern und sich fragen, weshalb der Fluss diese
komplizierte Route gewählt hat.
Weite Strecken
So kam ich ein Naturwunder ums
andere immer wie weiter in den Osten. Es ist faszinierend, wie viel weiter und
grösser hier die Distanzen sind. So bin ich in den drei Wochen die ich nun in
der USA bin bereits 1'500 km gefahren. Das entspricht der Stecke von der
Schweiz aus nach Spanien, Kroatien oder Schweden. Während man mit so vielen
Kilometer also fast durch halb Europa fahren kann, so ist man hier immer noch
in derselben Ecke des Landes.
Nach drei Wochen fahren oder/und
Sehenswürdigkeiten bewundern brauchte ich wieder einmal einen richtigen
Ruhetag. In Moab fand ich dann ein richtiges Hostel mit Gemeinschaftszimmer,
Aufenthaltsraum und Küche. Hier ruhe ich mich nun einen Tag aus, halte die Beine
hoch und koche wieder einmal etwas anderes als Eintopf. Auch ist es schön
wieder einmal einen ganzen Tag an der Wärme zu sein und nicht frieren zu
müssen. Die Wetterprognosen sehen jedoch gut aus und es soll bald etwas wärmer
werden. So kann ich hoffentlich die nächsten Nationalparks ohne kalt zu haben
besichtigen, bevor es dann langsam wieder Richtung Westen geht.
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| Dinosaurierspuren |
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| Navajo National Monument |
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| Navajo National Monument |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Monument Valley |
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| Goosenecks State Park |
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| Goosenecks State Park |
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| Goosenecks State Park |




















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