Mittwoch, 12. März 2025

Der Beginn in den USA (Grand Canyen Village, Arizona, USA)

Die ersten Tage fühlte ich mich in den USA fehl am Platz. Alles ist viel grösser und anders. Viele Drive-ins (oder Drive-through wie sie hier heissen), fast alle Strassen sind asphaltiert, fast keinen Müll am Strassenrand und keine Strassenhunde. Zudem kostet nun alles viel, viel mehr und die Menschen sind nicht mehr so herzlich. 
Nach 14 Monaten in Lateinamerika muss ich mich nun erst an das alles gewöhnen. 

Sandsturm
Die ersten Kilometer waren Landschaftlich nichts besonderes. Alles topfeben und wenn keine Landwirtschaft, dann sandige Wüste. Leider kam genau in dieser sandigen Wüste auch wieder der Wind auf. Stellenweise blies er so stark von der Seite, dass ich wie in Patagonien Mühe hatte auf der Strasse zu bleiben. Sand flog umher, dass man das Gefühl hatte im Nebel zu fahren und die Beine wurden gesandstrahlt. 

Joshua Tree Nationalpark 
Zum Glück wurde es schon bald wieder besser und am dritten Tag erreichte ich meinen ersten Nationalpark in den USA. Der Joshua Tree Nationalpark ist vorallem für seine Jushua Bäume und grossen Steinhaufen bekannt. Ich freute mich, dass ich nach den ersten Tagen mit Kulturschock wieder in die Natur zurückgehen konnte und genoss die Ruhe des Parks. 

Route 66
Schon bald nach dem Park kam ich auf die berühmte Route 66. Da ich schon mal hier bin und zufällig ein Stück in diese Richtung wollte, fuhr ich viereinhalb Tage und 450 km auf ihr. Endlose Strasse durch Wüste wechselte sich mit Pässen ab. Am Strassenrand hatte es jede Menge Souvenierläden mit diversen alten Sachen aus der Blütezeit dieser Strasse. Die gesammte Zeit hatte es jedoch erstaundlich wenig Verkehr und fast keine anderen Touristen. 
Der Fieber dieser Strasse konnte mich jedoch nicht packen. Schön bin ich ein Stück darauf gefahren, auf die restlichen 3220 km kann ich jedoch verzichten.

Frost und Schnee
Langsam ging die Strasse immer wie weiter in die Höhe. Die Temperaturen sanken immer wie mehr und schliesslich lag das erste mal seit Peru am Morgen eine Eisschicht auf dem Zelt. Auch dem Schnee kam ich immer wie näher. Zuerst sah ich ihn auf fernen Berggipfeln, dann lag er im Schatten grosser Steine und Sträuchern und schliesslich fast überall. Nach so langer Zeit mit mehrheitlich warmen bis heissen Temperaturen, musste ich mich erst wieder an die Kälte gewöhnen. Zum Glück hab ich warme Kleider dabei. 

Grand Canyen
Schliesslich kam ich auf über 2000 m Höhe an. Auch da Oben dehnte sich das Colorado Plateau scheinbar flach in alle Richtungen aus. Und bis auf die kühleren Temperaturen bemerkt man gar nicht dass man so weit oben ist. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, das da in der Nähe so eine grosse Schlucht sein soll. 
Als ich dann schliesslich an der Kante ankam, tat sich vor mir wie aus dem Nichts dieser gewaltige Canyon auf. Mit rund 450 km Länge, 6 bis 30 km Breite und bis zu 1800 m Tiefe ist er so gigantisch gross, dass man ihn gar nicht ganz erfassen kann. 
Am Tag meiner Ankunft war keine Wolke am Himmel und so weit das Auge reichte erstreckte sich die Schlucht vor mir. Am Grund fliesst der Colorado River, der sich in das Gestein hineingefressen hat. Dadurch legte er rund 1,5 Milliarden Jahre der geologischen Entwicklung dieses Teils Nordamerikas offen und es ist sehr eindrücklich die verschiedenen Gesteinsschichten zu sehen. 
Am zweiten Tag zogen Wolken und Regenschauer über und durch die Schlucht. Ich hatte Angst, bei dem Wetter nichts sehen zu können, doch dieses Wetter gab allem eine ganz besondere Stimmung. Sogar ein Regenbogen war kurz zu sehen. 
Irgendeimal will ich hier hin zurückkommen und danach mit guten Schuhen und Rucksack in den Canyon hinab steigen. Jetzt ist dedoch die falsche Jahreszeit und ich hab die falsche Ausrüstung dabei. So sah ich halt nur wehmütig auf die steilen Pfade unten in der Schlucht hinab. 

Planen im Zelt
Ich nutzte das schlechtere Wetter auch um meine nächsten Etappen zu planen. Hier gibt es so viel zu sehen und doch sind die Distanzen zwischen den Parks und Sehenswürdigkeiten ziemlich gross. Auch ist es in manchen Gebieten nicht einfach zu übernachten, da wildes Campen nicht überall möglich ist und die Hotels und Campingplätze, wenn überhaupt vorhanden meistens sehr teuer. 
Mit schwerem Herzen musste ich also einsehen, dass ich nicht alles besuchen kann, ohne gestresst zu werden und danach überhaupt nichts gesehen zu haben. Also suchte ich mir eine Route und Sehenswürdigkeiten heraus, die ich gut mit dem Velo besuchen kann und nehme mir dafür für diese genügend Zeit. Und die USA ist ja nicht so weit weg und relativ einfach zu erreichen. So kann ich den Rest auch ein anderes Mal besuchen. 


Joshua Tree Nationalpark 

Joshua Tree Nationalpark 

Joshua Tree Nationalpark 

Joshua Tree Nationalpark 

Joshua Tree Nationalpark 

Route 66

Route 66

Route 66

Oatman 

Route 66

Route 66

Route 66

Route 66

Route 66



Grand Canyon 

Grand Canyon 

Grand Canyon

Grand Canyon

Grand Canyon



Grand Canyon

Grand Canyon

Grand Canyon

Grand Canyon

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