Noch etwas schlapp fuhr ich mit den anderen in La Paz los, in die Wüste hinein. Zum Glück waren Emma und Emanuele topfit und so konnten sich Robbert, der die selben Symptome hatte und ich uns im Windschatten verstecken. Um uns noch weiter auszukurieren nahmen wir in kleinen Ortschaften am Wegrand Unterkünfte, anstelle in der Wüste zu zelten. So kamen wir trotz Gegenwind und Krankheit doch fleissig Richtung Norden voran.
Schotterpiste
Durch die ganze Halbinsel gibt es sowohl eine Teerstrasse wie auch eine Route über abgelegene Schotterpisten. Man kan also wählen, ob man mit den Autos und Lastwagen zusammen auf der Teerstrasse fahren will, oder einsam über Schotter und Sand durch die Wüste. Bei vielen Fahrradreisenden ist die Route über Sand und Schotter sehr beliebt und viele reisen extra um diese Strecke zu fahren nach Mexiko. Doch die Fahrt über die abgelegenen Strassen ist hart und die meisten fahren sie mit einem Mountainbike und ganz wenig Gepäck. Für mit unseren schweren Reiserädern mit den dünnen Reifen wäre es ein grosser Kraftakt und dafür konnten wir uns nicht motivieren. So fuhren wir den ersten Teil über die Asphaltstrasse. Ein Stück, dass in einem besseren Zustand sein sollte, versuchten wir dann doch und fuhren mit Wasser und Essen für zwei Tage in die Einsamkeit hinaus. Die Landschaft war auch da wunderschön und ohne Autos und Lastwagen war es schön ruhig. Doch auch diese Strecke, die verglichen mit anderen Streckenabschnitten in einem guten Zustand sein sollte, war noch ziemlich rau und kräftezehrend. So waren wir froh, schon bald wieder auf die Teerstrasse wechseln zu können.
Anderer Rhythmus
Es war toll für einmal ein paar Tage nicht alleine zu fahren und bei Gegenwind mich im Windschatten verstecken zu können. Doch Emma und Robbert reisen in einem ganz anderen Rhythmus als ich. Sie fahren in einer höheren Geschwindigkeit und machen dafür längere Pausen. Ich bin lieber etwas gemütlicher unterwegs und halte gerne auch zwischendurch mal an um zu fotografieren oder irgendwas genauer zu betrachten. Dafür sind meine Pausen kürzer und ich starte am Morgen früher. Für ein paar Tage, konnten wir gut aufeinander Rücksicht nehmen. Doch schon bald sehnte ich mich wieder nach meinem eigenen Tempo und so fuhr ich wieder alleine weiter.
Wohnmobile
Baja California ist ein sehr beliebtes Reiseziel um mit dem Wohnmobil zu entdecken. Zudem wählen auch viele die die Panamericana fahren die Route über die Halbinsel, da sie weniger gefährlich ist als die Route über das Festland. Und da es auf Baja nur eine grössere Strasse gibt, sah ich das erste mal seit Patagonien wieder regelmässig europäische Nummernschilder. Die meisten Wohnmobile kommen jedoch aus den USA. Viele US-Amerikaner verbringen ihren Urlaub im Süden mit surfen, schnorcheln oder einfach mit dem Wohnmobil an die Wärme zu fahren. Dabei sind manche eher Häuser auf Rädern als ein Auto und viele haben hinten noch ein weiteres Fahrzeug, oft in derselben Farbe wie das Grosse, angehängt.
Neben den Wohnmobile, gibt es auch wieder viele Motorräder. Doch Veloreisende sah ich viel weniger als erwartet. Ausser auf dem Stück Abseits, auf dem wir mehrere andere getroffen haben, begegnete ich weiterhin nur selten anderen Veloreisendenden.
Wale beobachten
Bereits an einem Übernachtungsplatz direkt an einer Bucht, konnte ich am Morgen ein paar Delfine beobachten. Nun in Guerrero Negro wollte ich endlich einen weiteren Punkt auf meiner Bucketlist erleben: wilde Wale sehen. So ging ich wie ein klassischer Tourist auf eine Walbeobachtung. In einem kleinen Boot fuhren wir in die Bucht hinaus. Hier gibt es in den Wintermonate viele Grauwale, die über den Winter in den Süden kommen. Im Frühling schwimmen sie dann wieder der Küste entlang in den Norden. Nun sind sie noch hier und wir konnten jede Menge Wale beobachten und manche schwammen sogar ans Boot heran und betrachteten es interessiert. Ich bin fasziniert von den riesigen Tieren und wie sie überhaupt keine Angst vor den Booten zu haben schienen.
Nach dem eindrücklichen Wal-Erlebnis füllte ich meine Vorräte wieder auf und bin nun bereit für den letzten Bundesstaat in Mexiko. Irgendwie kann ich es noch nicht glauben, dass ich schon bald vor den Toren der USA stehe.

























Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen