Donnerstag, 7. November 2024

Honduras und El Salvador (Playa el Palmarcito, El Salvador)

Honduras
Nach wenigen Tagen in Nicaragua kam ich schon wieder an die nächste Grenze. Auch der Übergang nach Honduras verlief schnell und unproblematisch. Von Honduras habe ich bereits viel Unterschiedliches gehört und war deshalb sehr gespannt auf dieses Land. Kurz nach der Grenze war es sehr unordentlich und es hatte sehr viel Abfall neben der Strasse. Aber schon bald wurde es aufgeräumter. Es hatte viel weniger Tiere und auffallend viele neue und grosse Autos fuhren herum. Auch wurde an vielen Orten gebaut und mehrere neue Möbel- und Autohäuser vielen mir auf. Es hatte auch mehr Geschäfte die Baubedarf anboten als solche mit Lebensmittel. Es scheint, als sei da gerade ein Aufschwung im Gange.
Die Menschen in Honduras waren viel zurückhaltender als die in Nicaragua. So wurde mir viel weniger gewunken und ich wurde praktisch nie angesprochen. Aber feindselig, wie andere Radreisende erzählten waren sie mir gegenüber überhaupt nicht.
 
El Salvador
Nach knapp zwei Tagen in Honduras kam ich an die Grenze zu El Salvador. Obwohl es sehr viele Menschen an der Grenze hatte und ein grosses Durcheinander herrschte, kam ich sofort an die Reihe und war nach 10 Minuten bereits im neuen Land.
2015 war El Salvador das Land mit der höchsten Mordrate der Welt. Um dies zu ändern hat der Präsident hart durchgegriffen und ging mit Masseninhaftierungen rigoros gegen Banden und Kriminelle vor. Dadurch ist die Mordrate extrem gesunken und heute die tiefste in Zentralamerika und etwa auf demselben Niveau wie in der USA. Gleichzeitig stiegen dadurch jedoch die Häftlingsrate. Rund 1% der Bevölkerung von El Salvador ist zurzeit im Gefängnis. Viele auch ohne ein ordentliches Verfahren. 
Wie Nachhaltig diese Massnahmen sind und ob die Zahlen auch wirklich stimmen steht in den Sternen. Denn die Mordrate ging zwar zurück, die Zahlen von verschwundenen und vermissten Menschen ist jedoch gestiegen.
Von alldem bemerke ich als Tourist auf der Strasse jedoch nichts. Die Menschen winken mir oft zu, interessieren sich für meine Reise und sind sehr freundlich.
 
Allgegenwärtiges Militär
Bereits seit Kolumbien sind die Polizisten viel stärker bewaffnet als man es in Europa kennt. Auch das Militär ist immer wieder mit Sturmgewehren am Strassenrand zu sehen. Zudem stehen nicht nur vor Banken bewaffnete Sicherheitsmänner, sondern praktisch alle Geschäfte werden von mindestens einem Schutzmann bewacht. Obwohl ich nun schon länger täglich bewaffnete Sicherheitsleute sehe, werde ich mich nie daran gewöhnen. Ihr Anblick löst nach wie vor ein Unwohlsein in mir aus und gleichzeitig geben sie mir aber auch Sicherheit. So bin ich froh, dass ich mein Velo neben einer Sicherheitsperson abstellen kann und brauche mir so während dem Einkaufen weniger Sorgen zu machen.
Neben den bewachten Läden, hat es hier am Strassenrand auch sehr viele Marktstände, an denen alles Mögliche angeboten wird. So ist meine Lebensmitteltasche schon länger fast leer und ich geniesse es fast jederzeit frische Produkte direkt neben der Strasse einkaufen zu können.
 
Wieder einmal Meer
Ich schaffte es wieder einmal bis ganz an die Küste zu fahren und lies mich in einem Hostel in der Nähe des Strandes für zwei Nächte nieder. Der Pazifik ist hier wieder etwas kühler als weiter im Süden und hat etwas mehr Wellen. So genoss ich es zu baden und mich von den Wellem herumwirbeln zu lassen.
Neben der Temperatur des Meeres merke ich es auch sonst, dass ich langsam in den Norden komme. Die Wälder gleichen etwas weniger einem Dschungel und die Tage werden etwas kürzer. Nur die Temeraturen und die Luftfeuchtigkeit ist immer noch sehr hoch. Ich dachte nicht dass ich dies einmal sagen werde, aber ich freue mich tatsächlich darauf, dass es wieder einmal etwas kühler ist. Gerne würde ich wieder einmal im Schlafsack schlafen, eine Mütze und Halstuch tragen und dies ohne ständig im Schweiss zu baden. 


Nicaragua

Nicaragua

Nicaragua


Honduras

Honduras

Honduras

El Salvador

El Salvador

El Salvador

El Salvador


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