Wie
beliebt diese Wanderung ist, realisierte ich erst, als wir los gingen. An den
engen Stellen schlängelt sich eine lange Einerreihe den Hang hinauf.
Gleichzeitig kamen die Wanderer vom Vortag hinunter und an manchen Orten, an
denen das Kreuzen nicht möglich war, gab es richtig Stau. Ich hatte wieder
einmal einen richtigen Glücksgriff bei meiner Wahl der Agentur und wir waren
eine der kleineren Gruppen. Dadurch waren wir viel flexibler, konnten uns durch
die grösseren Ansammlungen hindurchschlängeln und waren bald etwas für uns. Da,
wo dies jedoch nicht möglich war, machte ich einen Spass daraus die anderen
Wandernden zu beobachten und versuchte den Geruch der uns Entgegenkommenden zu
ignorieren.
Nach
rund 5 Stunden kamen wir in unser Basiscamp an. An der Südseite des Acatenango Vulkans, auf 3500 m Höhe haben zahlreiche Wanderagenturen ihre Lager aufgeschlagen. Die meisten
bestehen aus kleinen Wellblechhütten mit einem Massenlager darin. Andere haben
auf den kleinen ausgeebneten Stellen am Hang ganze Zeltlager aufgestellt. Da die
Lager am Südhang stehen, haben alle eine wunderbare Sicht auf den Vulkan Fuego der
gleich daneben steht. Während der 3976 m hohe Acatenango schon lange erloschen und
ruhig ist, ist der 3768 m hohe Fuego einer der aktivsten Vulkane der Erde und
wächst noch. Alle paar Minuten spukt er eine Fontäne aus Rauch, Asche und Lava
aus.
Als
wir ankamen hatte es leider ziemlich viele Wolken und der Fuego verschwand
immer wieder dahinter. Die Guides diskutierten lange, ob es überhaupt Sinn
macht noch weiter zu ihm hinüber zu gehen. Zum Glück verzogen sich die Wolken
während die Sonne unter ging und wir konnten den Ausflug noch machen. Also
stiegen wir auf der Südseite des Acatenangos in ein kleines Tal hinab und auf
der anderen Seite auf den Fuego hinauf. Auf einer Seitenflanke des Vulkans
konnten wir nun aus nächster Nähe die Ausbrüche beobachten. Da es mittlerweile
dunkel war, leuchtete die Lava und die Ausbrüche waren richtige Feuerwerke.
Da
auf einem aktiven, ausbrechenden Vulkan zu sitzen war schon sehr speziell.
Links und rechts ging es enorm steil hinunter, vor mir der ausbrechende Vulkan,
am Himmel ein 3/4 Mond und in der Ferne zuckten immer wieder Blitze von einem
Gewitter durch die Wolken. Ein Augenblick, den ich mein Lebenlang wohl nie
vergessen werde.
Zurück
im Lager und einem einfachen Abendessen und Marshmallows auf dem Lagerfeuer
ging es in die Hütten und in die Schlafsäcke. Inzwischen war es empfindlich
kalt geworden und ich zog alle meine warmen Kleider an. Kurz bereute ich es
sogar, dass ich die Thermounterwäsche im Hostel gelassen hatte. Dank dem, dass
nicht alle Plätze belegt waren, konnte ich zwei der dünnen Sommerschlafsäcke
für mich erobern und hatte so doch noch schön warm.
Nach
einer sehr kurzen Nacht, wurden wir bereits um 3 Uhr geweckt und es ging hinauf
auf den Gipfel des Acatenango auf 3970 m. Leider waren die Wolken zurückgekehrt
und so kamen wir beim Aufstieg immer wieder in den Nebel. Da wo er jedoch Aufriss,
hatten wir erneut eine schöne Sicht auf den Fuego und die umliegende Gegend. Der
Gipfel vom Acatenango war dann leider definitiv in einer Wolke. Der Wind pfiff
uns um die Ohren und es war extrem kalt und nur wenig über 0 Grad. Ich fror so
sehr wie schon lange nicht mehr und froh, als wir wieder abstiegen. Vom Sonnenaufgang
und der schönen Aussicht bekamen wir so leider nicht viel mit. Der schöne Blick
auf die darunter liegenden Wolken bekamen wir dann erst weiter unten und zurück
im Basislager zu sehen.
Nach
dem Frühstück und nachdem wir uns am Feuer und in der Sonne wieder etwas
aufgewärmt hatten, stiegen wir wieder ab. Bei der ganzen Wanderung fand ich den
langen und steilen Abstieg definitiv das anstrengendste. Zum Glück waren wir
wieder schnell unterwegs und kamen unten an, bevor die grossen Massen den
Aufstieg begannen. So kamen wir um die gössten Staus herum.
Zurück in Antigua war ich so kaputt wie schon länger nicht mehr, aber glücklich ein so tolles Abendteuer erlebt haben zu dürfen. Die Strapazen waren es definitiv wert und das Erlebnis gehört definitiv weit oben auf die Top-Ten-Abenteuer Liste! Und somit ist auch ein weiterer Punkt auf meiner To-do-Liste, auf einen aktiven Vulkan zu steigen erreicht.
Zum Glück wurde der Muskelkater nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte und ich konnte am nächsten Tag noch einigermassen gerade aus gehen. Trotzdem machte ich einen ruhigen Tag im Hostel und erholte mich. Da am kommenden Wochenende hier in Antigua ein Blumenfestival ansteht, verlängerte ich meinen Aufenthalt nochmals, um auch das zu erleben. Danach bin ich dann hoffentlich wieder erholt und bereit um erneut in das heisse und feuchte Klima abzutauchen.
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| Grenze zu Guatemala |
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| Antigua |
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| Antigua |
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| Vulkan Fuego |
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| Basislager auf 3500 m |














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