Ausgeruht und gestärkt fuhr ich weiter
Richtung Norden. Zu meiner Überraschung machten mir die hohen Temperaturen, kombiniert
mit der hohen Luftfeuchtigkeit auch auf dem Velo nichts aus. Ausserhalb der
Städte ist das tropische Klima bei weitem nicht so schlimm wie ich es mir
vorgestellt hatte. Durch die vielen Bäume gibt es immer wieder etwas Schatten
und der Fahrtwind kühlt angenehm. So kam ich auch bei Temperaturen von knapp 40
Grad noch gut voran.
Neue Tierwelt
Da ich nun wusste worauf ich
achten muss, entdeckte ich auch selber immer wieder exotische Tiere am
Strassenrand. So konnte ich bei einer Mittagspause einer Gruppe Affen in den
Bäumen zuschauen und immer wieder verschwinden kleine Tiere im Gebüsch die ich
nicht kenne. Auch die Warnschilder neben der Strasse warnen vor allem Möglichen,
das ich gerne einmal sehen würde. Doch leider bleiben die meisten Tieren in
ihren Verstecken und zeigen sich nicht.
Da die Kuhrassen die wir bei uns
in Europa kennen, Hitze nicht gut vertragen, werden hier meistens Zebus
gehalten. Mir gefallen diese exotischen Kühe sehr und ich muss sie immer wieder
fotografieren.
Kolumbien
Wie meistens vor Grenzübergängen
fuhr ich auch dieses Mal etwas nervös zur Grenze nach Kolumbien. Im Internet habe
ich überall gelesen, dass man nur einreisen darf, wenn man einen ausführlichen
Fragenbogen online ausgefüllt hat. Auch nach langem Suchen fand ich jedoch nirgends
einen solchen Fragebogen für die Einreise über den Landweg. So hoffte ich, dass
ich ihn direkt an der Grenze ausfüllen kann. Doch zu meinem Erstaunen durfte
ich ohne Probleme und ohne Fragen zu beantworten einreisen und kann nun 90 Tage
im Land bleiben. Es scheint ganz so, als ob der Fragebogen nur für Reisende
über den Luftweg ist oder ich hatte einfach Glück und die Behörden an der Grenze
hatten keine Lust sich lange mit mir abzugeben.
Obwohl die Landschaft und das
Klima auf der anderen Seite der Grenze noch dasselbe ist, veränderte sich doch
einiges. Die Kolumbianer*innen scheinen mindestens einen Gang mehr zu haben als
die anderen Südamerikaner*innen und sind schneller unterwegs und scheinen
beschäftigter zu sein. Trotzdem grüssen sie stehts freundlich und viele
interessieren sich für mich und meine Reise. Ich werde sogar regelmässig von
Kindern und Jugendlichen angesprochen. In den anderen Ländern versteckten sie
sich eher von mir als dass sie mit mir geredet hätten.
Das bevorzugte Fortbewegungsmittel
hier ist definitiv das Motorrad. Überall fahren sie mit ihnen hin und nicht
selten sitzen sie zu dritt oder noch zu mehrt darauf. Alles Mögliche wird damit
transportiert, wobei Helme oft überflüssig sind. Auch kleine Kinder sitzen
zwischen ihren Eltern oder sind in einem Tragetuch festgeschnallt. Sobald sie
dann genügend gross sind selber zu fahren, lenken sie auch selber. Nicht etwa
kleine Mofas wie sie Kinder in der Schweiz fahren, nein auch die Kleinen sitzen
gleich auf den grossen Maschinen. Einzig bei den fast täglichen Regengüssen
verschwinden die meisten Motorräder von der Strasse und die Fahrer*innen stellen
sich irgendwo unter. Dauern die Regengüsse mal doch länger werfen sie sich
Ponchos über, bei denen nur der Fahrer hinausschauen kann. Das sieht dann oft
sehr witzig aus, Wenn die Motorräder wie Kamele mehrere Höcker haben.
Bereits in Ecuador hatte es viel
weniger Müll am Strassenrand als in Peru. Hier in Kolumbien hat es nochmals
einiges weniger und die Strassen sind meistens sauber und in einem guten Zustand.
Nur leider haben sie hier die doofe
Angewohnheit Flüssigkeiten anstelle in Flaschen, in Plastiksäcken zu verkaufen.
Wasser kann ich noch relativ einfach vom Plastiksack in meine Flaschen
umfüllen. Doch Joghurt lässt sich so fast nicht mehr transportieren, will ich
nicht jedes Mal eine Wasserflasche opfern…
Erneut Höhenmeter
Um das Amazonasbecken verlassen zu
können, musste ich wieder in die Berge hinauffahren. So sammelte ich wieder
einmal Höhenmeter. Je höher hinauf ich kam, je kühler wurde es. Waren die
täglichen Regengüsse am Nachmittag in den tiefen Lagen eine willkommene
Abkühlung, so wurde es oberhalb 2'000 m schnell kalt. So packte ich doch meine
Regenkleider aus. Nass wurde ich zwar trotzdem, da ich in den Regenkleidern
schnell nassgeschwitzt war, dafür hatte ich nicht kalt. Auf 3'200 m hatte ich
dann die Passhöhe erreicht. Über eine neue Strasse mit einem angenehmen Gefälle
ging es auf der anderen Seite hinab. Für einmal konnte ich die Abfahrt so
richtig geniessen.
Popayan
So kam ich nach Popayan, der
ersten grösseren Stadt in Kolumbien. Da sie auf 1'738 m Höhe liegt ist das
Klima hier nicht zu heiss und mit 15 – 25 Grad sehr angenehm. So liess ich mich
in einem kleinen Hostel in einem der typisch weissen Häuser nieder. Die Hotels
hier in Kolumbien sind alle sehr günstig und ein Zimmer kostet meistens
zwischen 5 und 7 Franken pro Nacht. Auch sonst kostet alles hier sehr wenig.
Auf den ersten Blick sieht es zwar nicht so aus und das meiste kostet mehrere tausend Pesos. 5'000
Kolumbianische Pesos sind jedoch nur gut einen Franken und somit sieht es nur nach viel aus.
Obwohl ich ursprünglich nicht geplant
hatte, lange durch Gebiet mit tropischem Klima zu fahren, so freue ich mich nun
doch, noch einige Zeit unter Palmen in der Wärme verbringen zu können.
| Bananen |
| Kakaobaum |
| Popayan |





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