Als ich vor einem Jahr begann,
diese Reise durch den amerikanischen Kontinent zu planen dachte ich, dass ich nur
bis in den Norden von Peru fahre. Den Norden von Südamerika und Zentralamerika wollte
ich danach per Flieger zu überspringen. Diese Gegend schien mir zu unsicher und
das Klima zu unangenehm. Schon in Patagonien begegneten mir danach jedoch die
ersten Veloreisenden die die gesamte Strecke gefahren sind. Niemand hat unterwegs
etwas Negatives erlebt und das tropische Klima haben sie auch alle gut überstanden.
So begann auch in mir der Wunsch zu wachsen ebenfalls die gesamte Strecke von Argentinien
bis Alaska mit dem Velo zurück zu legen.
Routenplanung
In Ecuador konnte ich den Gegenden,
von denen abgeraten wird, sie als Tourist zu bereisen noch gut ausweichen. In Kolumbien
kam ich nun jedoch mitten durch eine solche Gegend hindurch. Ich tauschte
mich mit anderen Reisenden aus und erkundete mich wo sie durchgefahren sind.
Auch mit Einheimischen sprach ich und holte Empfehlungen ein. Die anderen
Veloreisenden haben fast alle unterschiedliche Routen genommen. Dies bestärkte
mich zwar darin, dass es möglich ist, half mir jedoch nicht bei der Entscheidung
weiter, wo ich den nun durchfahren soll. Einheimische halfen mir da schon etwas
besser weiter. So wie, einmal mehr das App iOverlander, welches eine wertvolle
Sammlung von Erfahrungen verschiedener Reisenden ist.
Unsicherheit
Aus Angst keine Unterkunft zu
finden und in die Nacht hinein fahren zu müssen, machte ich jeweils schon zeitig Feierabend
und verkroch mich viel zu früh in einem Hotelzimmer. Ich ertappte mich auch
öfters dabei, wie ich misstrauisch die Gegend und die Leute beobachtete. Danach
ärgerte ich mich immer wieder darüber, was ich doch für ein Angsthase bin.
Ausnahmslos alle Begegnungen waren auch in dieser als unsicher geltenden Gegend
gut und freundlich. In manchen kleineren Orten stiess ich zudem auf grosses Interessen,
da sie da nur sehr selten Touristen sehen und schon gar nicht solche auf einem
Velo. Witzig ist immer wieder, dass wenn ich die Frage wohin ich gehe mit
Alaska beantworte niemand beeindruckt ist. Sage ich jedoch, dass ich nach
Panama fahre, alle grosse Augen machen und sie nachfragen, ob ich wirklich ganz
Kolumbien nur mit dem Velo durchqueren werde.
Hitze und Müdigkeit
Ich weiss nicht, ob es an der Anspannung,
die andauernd hohen Temperaturen oder die Kilometer und Höhenmeter die sich
weiter summieren lag. Von einem Tag auf den anderen fühlte sich die Hitze plötzlich
viel ansträngender an, obwohl es nicht wärmer oder feuchter wurde. So hatte ich
weniger Energie und die Kilometer fühlten sich zäh an. Da ich mich hier nicht
getraue wild zu zelten, muss ich mir jeden Tag eine Unterkunft suchen und kann
meistens nicht in meinem geliebten Zelt schlafen. Zudem kann ich in den meisten
Hotels nichts Richtiges zu Abendessen kochen. Reis und Ei oder Pommes und Ei,
was man als Vegetarier hier in Restaurant essen kann begannen mir schon bald
aus dem Hals zu hängen. So machte ich mir halt auch zum Abendessen ein Müesli
aus Haferflocken, Jogurt und Bananen. Dies sättigt zwar und gibt Energie, Teigwahren
wären mir aber doch immer noch lieber.
Dazu kam noch eine eher eintönige
Landschaft mit viele Plantagen und der Frust vom kaputten Fotoapparat, der keine
schönen Bilder mehr machte. Auch das neue Natel war da überhaupt keine Hilfe,
da es noch schlechtere Bilder macht als das alte.
So wollte ich nur noch in Medellin
ankommen und hoffte da mich etwas erholen zu können.
Medellin
Nach zwei weiteren Pässen, vielen kleineren
Orten und unzähligen Plantagen auf denen Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Papaya,
usw. angebaut wird, kam ich endlich in Medellin an. Hier fand ich ein Zimmer in
einem netten Hostel, mit Küche. Endlich konnte ich wieder meine Teigwahren kochen
und hatte keine Lust auf die Pizza, welche ich sonst oft an Ruhetagen
essen ging.
Endlich fand ich ein Geschäft,
welches Fotoapparate repariert und verkauft. Sie versuchten noch meine Kamera
zu reparieren, es war jedoch hoffnungslos. Zum Glück hatten sie jedoch ein ähnliches
Modell, zwei Jahre neuer, als Occasion zu verkaufen. So hab ich nun wieder einen
funktionierenden Fotoapparat und muss mich nicht mit einem ganz neuen und
ungewohnten Gerät herum plagen.
Comuna 13
Als ich vor ein paar Jahren die
Serie Narcos über das Medellin-Kartell und Pablo Escobar sah, dachte ich nicht
im Traum daran, einmal diese Stadt, in der die Serie spielt selber zu besuchen.
Die Innenstadt erinnerte mich jedoch überhaupt nicht an die Serie. Wie viele
andere Grossstädte auch, ist es da vor allem laut, voll und unübersichtlich. An einem
Tag machte ich einen Ausflug in die Comuna 13. Das ist einer von den 16
Bezirke der Stadt Medellin und galt einst als eine der gefährlichsten Gegeden der Welt.
Drogenkardelle und Militär bekriegten sich hier und es gab so viele Morde wie
sonst nirgends. Auch Pablo Escobar und sein Medellin-Kartell war hier tätig,
was in der Serie zu sehen ist.
Heute ist die Comuna 13 mit seiner
schönen Aussicht über die ganze Stadt und den vieles Graffitis ein beliebtes
Ausflugsziel für Touristen. Ein Souvenirstand steht neben dem anderen, überall
läuft laute Musik und Touristenmassen schieben sich durch die engen Gassen. So wie
in anderen Ländern Bilder von Königen auf Tassen, T-Shirts, Magneten etc.
gedruckt und verkauft werden, so ist hier überall das Gesicht von Pablo Escobar
zusehen. Was irgendwie schon etwas komisch ist, dass ein Schwerverbrecher so verehrt
wird.
Es fühlte sich unwirklich an nun
selbst durch die engen und steilen Gassen zu gehen. Heute ist die Gegend zwar ruhig,
es leben neben den Touristenströmen jedoch immer noch sehr viele Menschen in armen
Verhältnissen auf engstem Raum. Als ich kurz die Gassen mit den Souvenirständen
verlies, musste ich aufpassen, dass ich mich in den engen, verwinkelten Gassen und Treppen
nicht endlos verirrte. Auf dem Boden hatte es plötzlich Müll und Hundekot.
Zudem hatte ich das Gefühl, wenn bei einem Haus die Türe offen stand direkt
durch die Küche oder das Wohnzimmer zu gehen. So war ich froh bald wieder
zurück bei den Touristenattraktionen zu sein.
Je weiter ich nun in den Norden von Kolumbien komme, je sicherer wird es wieder. Dabei steigen zwar auch die
Preise der Hotels aber ich hoffe auch wieder etwas mehr im Zelt schlafen zu
können. Zudem komme ich endlich wieder ans Meer, worauf ich mich schon sehr
freue!
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| Zebus |
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| Belancazar |
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| Belancazar |
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| Zebus |
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| Santa Barbara |
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| Medellin |
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| Medellin |
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| Medellin |
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| Medellin |
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