Nach zwei Tagen Pause in Cuenca stellte ich mich wieder Ecuadors Höhenmetern. Meine Beine waren nach den zwei Tage Ruhe noch fast schwerer als vorher. So hatte ich die ersten Tage etwas zu kämpfen. Jeden Tag ging es wieder etwas besser und schon bald fuhr Phönix wie vor der Pause die Steigungen hoch.
Kreative Übernachtungsplätze
Je weiter in den Norden ich kam, je dichter besiedelt wurde die Gegend. Vor allem unterhalb 3000 m gibt es immer wie mehr Landwirtschaft und auch viele Treibhäuser und Folientunnel. Oberhalb 3000 m ist noch viel Natur und es hat versteckte Plätze zum zelten. Trotz der Nähe zum Äquator ist es da oben jedoch ziemlich frisch und es weht ein kalter Wind. Also konnte ich wählen zwischen in der Höhe und Kälte wild zu zelten und meine Ruhe zu haben oder hinab in ein Tal zu fahren und da ein Platz in der Zivilisation zu suchen. Da unten ist es zwar angenehm warm, aber auch laut und es gibt keine versteckten Plätze mehr. Trotz Kälte blieb ich oft in der Höhe und genoss die Ruhe. Ein paar Mal war dies jedoch nicht möglich. So nahm ich die Gelegenheit verschiedene Übernachtungsmöglichleiten auszuprobieren, die andere Veloreisende mir empfohlen hatten. So schlief ich einmal neben einer Tankstelle und ein anderes Mal im Innenhof einer Feuerwehrstation. An beiden Orten waren sie es gewohnt, dass da ab und zu Reisende vorbei kommen und ich bekam ohne Diskussion einen Platz. Der Vorteil solcher Orte ist, dass sie sicher sind, es eine Toilette hat und oft sogar eine Dusche. Zudem sind sie meistens kostenlos, ich kann trotzdem in meinem Bett (Zelt) schlafen und etwas auf dem Kocher kochen, was in vielen Hotels nicht möglich ist.
Aber da sie eben mitten in der Zivilisation stehen sind sie auch ziemlich laut und ich war einmal mehr froh, dass ich auch bei Lärm relativ gut schlafen kann.
Chimborazo
Um dem Lärm und Trubel noch etwas mehr ausweichen zu können machte ich einen Abstecher zum Chimborazo Vulkan. Mit seinen 6‘268 m ist er der höchste Berg Ecuadors. Misst man nicht von der Meereshöhe aus, sondern von der Erdmitte, ist er sogar der höchste Berg der Erde.
Trotz vielen Wolken und starkem Wind war die Westseite des Vulkans wolkenfrei und ich konnte seine Grösse und die Gletscher auf dem Gipfel bewundern. Neben dem Gipfel war es auch sehr spannend wie sich die Wolken am Berg auftürmten und an der Grenze zum wolkenfreien Teil immer wieder auseinandergerissen wurden.
Wohl zum letzten Mal dieser Reise kletterte ich auf über 4‘000 m und überquerte die Passhöhe auf 4‘400 m. Die Nacht auf 4‘100 m war danach auch ziemlich kalt und ich war froh, die warmen Kleider noch bei mir zu haben.
Cotopaxi Nationalpark
Nur einen Tag später kam ich auch schon zu den nächsten Vulkanen und in den Cotopaxi Nationalpark. Leider waren die Gipfel am ersten Tag zum grössten Teil wolkenverhangenen und ich sah nicht so viel wie erhofft. So genoss ich die Ruhe und hoffte am zweiten Tag mehr zu sehen. Als ich am Morgen aber den Kopf aus dem Zelt streckte, war elles in dicken Nebel gehüllt und ich sah überhaupt nichts mehr. Zum Glück konnte ich schon bald aus der Wolke hinaus fahren und wie bereits beim Chimborazo war auch beim Cotopaxi eine Seite ohne Wolken und den Rumiñahui war sogar ganz Wolkenlos. Der Höhenpunkt dieses Nationalpark waren für mich jedoch die vielen Pferde. Eine riesige Herde in kleinere Gruppen unterteilt weidete zwischen den Vulkanen auf einer Hochebene auf 3‘800 m. Ich konnte fast nicht aufhören zu fotografieren und den Anblick der Pferde in der faszinierenden Landschaft zu geniessen. 🥰
Quito
Gleich nach dem Cotopaxi Nationalpark kam ich in die Vororte von Quito. Da haben viele Häuser eine hohe Mauer mit Stacheldraht, eingemauerten Scherben oder Elektrodrähten. Gleich nach der wunderbaren Natur neben den verbarrikadierten Häuser entlang zu fahren war sehr speziell. Zum Glück verschwanden die Mauern in der Stadtmitte zum grössten Teil wieder. Die Polizeipräsenz ist hier zwar recht hoch. Aber es herrscht trotzdem eine entspannte Atmosphäre auf den Strassen. Ich hab wieder ein sehr nettes Hostel gefunden und ruhe mich nun ein paar Tage hier in Quito aus, bevor ein neues, etwas anderes Abenteuer beginnt. Nein, es sind nicht die Galapagosinseln…























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