Montag, 15. Juli 2024

Gebirgiges Ecuador (Cuenca, Ecuador)

Tschüss Peru
Zum Abschluss von Peru, konnte ich nochmals durch die Wüste fahren. Dieses Mal war alles topfeben, die Strassen schnurgerade und der Wind kam von hinten. So konnte ich wieder einmal Kilometer abspulen und genoss es sehr durch die Landschaft zu sausen.
Nach meinem Geschmack viel zu schnell war die Ebene zu Ende. Die Strasse begann wieder zu steigen und die Landschaft wurde grüner. Je weiter ich mich von der Küste entfernte, je wärmer wurde es auch und ich kam zünftig ins schwitzen. So gelangte ich an die Grenze zu Ecuador. Die Einreise war anfangs Jahr sehr kompliziert und in Fahrradforen wurde viel darüber diskutiert wie und wo man überhaupt nach Ecuador einreisen kann. Nun ist es zum Glück wieder einfacher und ich kam ohne Probleme über die Grenze.

Neues Land
Zu meiner Überraschung unterscheidet sich Ecuador grösser zu Peru, als es Peru zu Bolivien tat. Die Städte sind aufgeräumter und zu Ende gebaut. In den Zentren gibt es sogar recht nette alte Bauten im Kolonialstil. Am Strassenrand liegt viel weniger Müll herum und auch die Strassen selber sind in einem eher besseren Zustand. Dafür fahren die Autos auch schneller, was vor allem in den Städten ungewohnt ist. In Peru schlich Innerorts der ganze Verkehr mehrheitlich nur so vor sich hin, was es einfach machte sich mit dem Velo dazwischen zu bewegen. Nun muss auch ich mich wieder an die Verkehrsregeln halten und an den Ampeln warten.
Die Menschen hier sind auf den ersten Blick eher zurückhaltend und schauen mal aus der Ferne. Wenn ich jedoch jemanden anspreche und etwas frage, so waren bis jetzt alle sehr freundlich und hilfsbereit. An einem Abend fand ich keinen Platz zum Übernachten. So fragte ich ein paar Leute in einem Garten, ob sie eine Stelle zum zelten kennen. Schliesslich erlaubten sie mir unter dem Vordach ihres Gartenhauses zu zelten. Als ich ihnen dafür was geben wollte, lehnte sie alles ab und sagten nur ich soll dafür zu Jesus beten oder so was ähnliches. 
Die Kommunikation hier ist eher schwieriger geworden. Die meisten Ecuadorianer haben einen fürchterlichen nuschelnden Akzent, den ich noch weniger verstehe als sonst schon. Auch heissen gewisse Sachen anders. Wie zum Beispiel hiess die Avocado bis jetzt immer Palta. Als ich in Ecuador das erste mal danach fragte sahen sie mich nur mit grossen Augen an, bis wir herausfanden, dass sie ihr hier Aguacate sagen. 

Auf und ab
Seit der Grenze geht es nur noch hinauf und hinab. Im Vergleich zu den peruanischen Strassen sind die ecuadorianischen steiler und haben weniger Kurven. Dadurch komme ich zwar schneller in die Höhe und bin auch schneller wieder unten, es ist jedoch auch viel anstrengender. So stellte ich einen neuen Rekord auf und machte an einem Tag 2‘461 Höhenmeter. In den ersten fünf Tage kletterte ich gesamt 9‘815 m hinauf obwohl ich nur 336 km voran kam. Dabei hatte ich grosse Freude, wie meine Beine trotz der grossen Anstrengung gut mitmachten. Am Abend waren sie zwar müde, aber am Morgen fühlte ich mich wieder frisch und Phönix fuhr von neuem problemlos die Steigungen hoch.

Neues Klima
Nach jedem Pass ging es etwas weniger weit hinab. Je weiter hinauf ich kam, je kühler wurde es wieder und schon bald waren die Temperaturen leider nicht mehr so heiss und am Abend sogar recht frisch. Langsam zogen immer wie mehr Wolken auf und seit langem erlebte ich wieder einmal wie Wasser vom Himmel fällt. Ich hatte schon fast vergessen wie das geht. Da ich nun die Wüstengebiete bis Mexiko definitiv hinter mir hab, muss ich nun wohl öfters mit dem Phänomen Regen rechnen.


















Cuenca

Cuenca


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