Nach meiner Pause in La Paz fuhr ich motiviert weiter. Nach dem ich mich aus der Schlucht, in der La Paz gebaut ist, hinausgekämpft hatte ging es wieder grösstenteils flach weiter.
Titicacasee
Bereits am ersten Abend kam ich am Titicacasee an und fand ein Platz mit einer schönen Aussicht auf den See. Es tat richtig gut nach 10 Tagen in der Stadt wieder in der ruhigen Natur zu sein. Am Abend in mein Zelt zu kriechen war fast wie nach hause zu kommen. Da ich gerade keine Lust auf weitere Städte hatte, entschied ich mich den See auf der Nordost-Seite zu umfahren, wo es nur kleinere Dörfer und wenig befahrene Strassen hat.
Mit jedem Tag an dem ich dem See entlang fuhr, wurde er grösser und schliesslich verschwand das gegenüber liegende Ufer hinter dem Horizont. Ich war beeindruckt von dem riesigen See auf über 3800m über Meer. Mit seinen 8‘300km2 ist er der höchste schiffbare See der Erde und der grösste Südamerikas. Er ist 15.5 mal so gross wie der Bodensee oder so gross wie die Kantone Bern, Freiburg und Neuenburg zusammen. So hatte ich oft am Ufer eher das Gefühl am Meer zu sein und nicht an einem See.
Grenze Peru
Da ich die Grenze zu Peru in einer etwas abgelegeneren Gegend überquerte, wurde an der Grenze selber keine Kontrolle gemacht. Also musste ich im letzten bolivianischen Dorf meinen Ausreisestempel abholen und nach der Grenze im ersten peruanischen Dorf die Einreiseformalitäten erledigen. Zum Glück habe ich das genügend früh bemerkt und nicht erst an der Grenze realisiert. Sonst hätte ich 10 Kilometer auf einer sehr schlechten Strasse zurück fahren müssen. 😅
Peru
So lief auch der 6. Grenzübertritt in Südamerika, ins 4. südamerikanische Land problemlos. Die Landschaft veränderte sich zuerst nicht gross. Einzig die Strassen waren sofort in einem besseren Zustand und haben viel mehr Serpentinen. Zudem sind die vielen Colectivos (Sammeltaxis) verschwunden und stattdessen hat es nun zahlreiche Tuck-Tucks unterwegs. Ansonsten blieb hier in Peru erstmal vieles gleich. Die Lebensmittel muss ich immer noch auf Märkten oder in kleinen Läden zusammensuchen. Viele Frauen tragen traditionelle Kleidung und auf den Feldern wird alles von Hand gemacht.
Angebundene Tiere
Entlang des ganzen Titicacasees sah ich praktisch keine Zäune. Alle Nutztiere werden stattdessen auf den Feldern an Pfählen angebunden. Die Kühe an den Hörnern oder einem Nasenring, die Schafe und Schweine um den Hals, die Lamas an Halftern und die Esel wie es gerade kommt an einem Bein, mit Halfter oder an einem Nasenring. Nur die Hühner und zu meinem Leidwesen auch die meisten Hunde dürfen frei herumlaufen. Die fehlenden Zäune erleichterten mir zwar die Schlafplatzsuche, die Tiere taten mir trotzdem leid. Vor allem diejenigen, die an einem Nasenring angebunden waren.
Ende der Ebene
Nachdem ich den Titicacasee hinter mir gelassen hatte, wurde es wieder gebirgig. Die Berge wurden höher, die Täler tiefer und die Hänge steiler. Zudem gab es auch immer wie mehr wieder Bäume und vereinzelt sogar Wäldchen.
In einem Dorf kam ich in ein Dorffest. In zahlreichen Holzöfen wurden Kartoffeln und Ratten gebraten. Gebratene Ratten gelten hier als Delikate und werden mit viel Genuss verzehrt. Ich verzichtete auf diesen Genuss und ass stattdessen die Kartoffeln mit Butter. Das die Kartoffeln im Rattenfett gebacken wurden, ignorierte ich einfach…
Neues Kapitel
Nach dem ich den gestreifte Gipfel vom Pallay Punchu bestiegen hatte, ging es hinab nach Pisac. Hier bin ich das erste Mal seit Chile (6 Wochen) wieder unterhalb von 3000m.
Auch bin ich seit langem wieder einmal anderen Radreisenden begegnet. Es war sehr motivierend wieder einmal Gleichgesinnte zu sehen und zu sprechen.
Hier in Pisac besichtigte ich zum ersten Mal Inka Ruinen. Ich bin fasziniert was die Inkas in reiner Handarbeit in sehr unwegsamem Gelände gebaut haben und wie exakt die Steine zusammengefügt sind. Ich freue mich, in der nächsten Zeit noch mehr solche Orte besichtigen zu können!
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| Titicacasee |
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| Titicacasee |
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| Grenze Peru |
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| Titicacasee |
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| Pallay Punchu |
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| Pallay Punchu |
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| gebratene Ratte |
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| Pisac |
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| Pisac |
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| Pisac |
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| Pisac |
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| Pisac |

























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