Nach nur 35km nach Pisac und einem Pass, kam ich nach Cusco und in die
nächste spannende Stadt.
Cusco, Hauptstadt der Inkas
Cusco ist die älteste durchgehend bewohnte Siedlung des amerikanischen
Doppelkontinents. Für die Inkas war sie (damals Qusqu) das rituelle,
administrative und kulturelle Zentrum. Die Stadt galt als der Nabel der Welt und
war der Mittelpunkt des Inkareiches. So findet man heute noch in und rund um
die Stadt herum viele Spuren der Inkas. Leider sind die Spanier bei der
Eroberung des Landes nicht gerade zimperlich mit den Inkabauten umgegangen und
haben vieles zerstört, Gold und andere Edelmetalle in die Heimat geschickt und
aus den Steinen der Inkabauten eigene Häuser gebaut. Die übriggebliebenen
Spuren lassen einem jedoch erahnen wie fortgeschritten und gut organisiert die
Inkas waren. So haben sie zum Beispiel für den Bau ihrer Anlagen die Steine
ohne Eisenwerkzeuge bearbeitet. Wie sie das genau gemacht haben ist nicht klar.
Eine Hypothese ist, dass sie die Oberflächen der Steine mit einer Paste
behandelten, die die Zusammensetzung der Steine angriff und sie dadurch weicher
und besser zu verarbeiten machte. Jedenfalls sind die Steine so gut aneinander
angepasst, dass kein Papier dazwischen passt. Ja, die Bauten sind sogar
Erdbebensicher. Ein weiteres Rätzel ist, wie sie die zum Teil riesigen Steine
bewegten. Denn Räder und Flaschenzüge kannten sie auch nicht. Wie ihr bemerkt,
bin ich fasziniert von den Inkas und besuchte mehrere Ruinen am Wegrand. Obwohl
sich alle Ruinen ähneln, ist doch jede wieder ganz anders, je nach dem für
welchen Zweck sie gebaut und genutzt wurde.
Vinicunca, der Regenbogenberg
Trotz Begeisterung für die Inkas machte ich einen Tag Pause und spielte
richtig Vollgastourist. Am Morgen um 4 wurde ich bereits bei meinem Hostel
abgeholt und in einer 4-stündigen Fahrt fuhren wir in die Berge, zum Vinicunca.
Das ist ein farbig gestreifter Berg auf 5000 m Höhe und ein sehr beliebtes
Touristenziel. Ich überlegte lange, ob ich mir die lange Fahrt und die
Touristenmasse antun soll und ging davon aus, dass die Fotos eh alle bearbeitet
sind und der Berg in Wirklichkeit nie so farbig sein kann. Vor Ort blieb mir
jedoch erst mal die Sprache weg. Denn der Berg ist wirklich sehr farbig und
sehr beeindruckend. So viel es mir nicht schwer, die Touristenmasse zu
ignorieren und die schöne Landschaft zu geniessen.
Nicht nur der Regenbogenberg selber ist sehenswert, sondern auch seine
Umgebung. In unmittelbarer Nähe liegt das Valle Rojo (rotes Tal). Mit einem
Abstecher von nur 15 bis 20 Minuten gelangt man an einen Aussichtspunkt, von
dem aus man in ein Tal schauen kann, dass fast nur aus knallroten Steinen
besteht. Als ich mich selber wieder gefast und auch beim Anblick des Valle
Rojo die Sprache wieder gefunden hatte, war es sehr witzig die anderen
Touristen zu beobachten. Aus mir unerklärlichen Gründen machen nur sehr wenige
den Abstecher zu diesem Aussichtspunkt. Aber alle, die das erste Mal über die
Kante schauen, haben dieselben grossen Augen und es entfährt ihnen ein Ausruf
der Verwunderung. (Wie zum Beispiel: „holy shit!“)
Machu Picchu
Nun fehlte mir noch die grösste Touristenattraktion Perus, der Machu
Picchu. Viele besuchen ihn von Cusco aus mit dem Bus oder dem Zug. Ich hatte
nach der Fahrt zum Vinicunca jedoch genug vom Bus fahren und die Zugfahrt
kostet ein halbes Vermögen. Also ging es auf Phönix mit Sack und Pack weiter in
die Berge hinein. Über unzählige Serpentinen fuhr ich wieder auf 4300m hoch und
auf der anderen Seite des Abra Málaga Passes über 80km wieder 3000 Höhenmeter
hinab. Plötzlich wurde es immer wie wärmer und die Pflanzen wurden grösser,
grüner und exotischer. In den Bäumen hingen Bananen und exotische Blumen
blühten in allen Farben. Das erste Mal fuhr ich durch tropisches Klima. Nach der
langen Zeit in der Höhe bin ich die Wärme nicht mehr gewohnt und kam
zünftig ins Schwitzen. Schon bald ging es in ein Seitental hinein und darauf in
ein weiteres Tal und nochmals in ein Seitental. Überall waren Baustellen und
unzählige Lastwagen, Bagger und andere Baustellenfahrzeuge fuhren hin und her.
So waren die 30 km ins Tal hinein ein ziemlicher Kraftakt.
10km vor dem Machu Picchu ist die Strasse dann endgültig zu ende. Ab da
geht es nur noch mit dem Zug oder zu Fuss weiter. Also stellte ich Phönix bei
einem 24h Parking unter und wanderte den Bahnschienen entlang weiter.
Direkt unterhalb des Machu Picchu liegt der Ort Aguas Calientes. Ein
kleines Städtchen aus Hotels, Restaurants und Souvenirshops. Ab hier geht es
nur noch mit einem Ticket weiter. Online sind die Tickets meistens bereits
mehrere Monate im Voraus ausverkauft. 1000 Stück werden jedoch täglich für den
nächste Tag direkt hier im Ort verkauft. An eines dieser Tickets zu kommen ist
eine halbe Wissenschaft: Zuerst muss man nämlich ein Ticket für den
Ticketverkauf haben. Diese werden am Morgen ab 6.00 herausgegeben. Ich war
bereits um 5.40 da, da standen bereits 39 Personen vor mir vor der Tür. Um 6.20
hatte ich dann ein Zettel mit einer Nummer, einer Zeit und meiner Passnummer
drauf. Damit ging ich wieder ins Bett. Um 15.00 konnte ich dann mit diesem
Zettel ins Gebäude hinein und da endlich mein Ticket kaufen.
Am Nächsten Morgen war es dann soweit und ich durfte zum Machu Picchu hinauf
wandern. Da gelang es mir sogar mit einem anderen Schweizer Veloreisepaar, dass
ich beim anstehen kennen lernte, als erste Besucher des Tages hinein zu gehen. Es
ist sehr eindrücklich, an einem so abgelegenen Ort, weit oben in den Bergen
eine so grosse Ruinenstadt zu sehen. Und auch hier war es wieder sehr amüsant
die anderen Touristen zu beobachten.
Machu Picchu wird mir als einmaliges Erlebnis in Erinnerung bleiben. Dabei
ist der Besuch der Ruinenstadt nur ein Teil des Abenteuers und die ganze
Anreise und vor allem der Ticketkauf war ebenso aufregend wie Machu Picchu
selbst.
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| Tambomachay |
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| Sacsayhuamán |
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| Sacsayhuamán |
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| Sacsayhuamán |
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| Cusco |
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| Cusco |
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| Vinicunca |
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| Vinicunca |
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| Vinicunca |
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| Valle Rojo |
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| Valle Rojo |
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| Chinchero |
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| Moray (wahrscheinlich eine Agrarversuchsanlage) |
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| Abra Málaga |
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| Aguas Calientes |
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| Machu Picchu |
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| Machu Picchu |
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| Machu Picchu |
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