Langsam wurde die Umgebung flacher, die Strassen
grösser und die Dörfer kamen regelmässiger und wurden auch grösser. So landete
ich ziemlich kaputt in Uyuni, meiner ersten Stadt in Bolivien.
Ein Hoch auf das Internet
Da ich in den kleinen Dörfern keine SIM-Karte
kaufen konnte, war ich lange offline unterwegs. Mir wurde bewusst wie bequem es
ist, fast überall schnell etwas nachschlagen zu können, Hotels zu buchen und
die Route zu planen. In der ersten etwas grösseren Ortschaft, in San Cristópal
konnte ich dann zwar eine SIM-Karte erstehen, richtig funktioniert hat sie
jedoch erst hier in Uyuni nach dem ich bei einem Shop vom Anbieter vorbei ging
und sie sie mir richtig installieren konnten. So ohne Internet kam ich mir
ziemlich verloren vor und ich frage mich, wie Langzeitreisende es früher ganz
ohne Internet gemacht haben. Nicht nur zum Planen und Nachschlagen benutze ich
das Internet, sondern es ist auch mein Nabel zur Welt und ich kann damit meine
Erlebnisse teilen und bekomme das Gefühl nicht ganz alleine zu sein. So war es
nicht ganz einfach für mich durch die faszinierende Landschaft zu reisen ohne
das Erlebte teilen zu können und nichts von der Aussenwelt mit zu bekommen. Zum
Glück funktioniert es nun und ich hoffe auf den nächsten Etappen wieder Kontakt
mit der Aussenwelt halten zu können.
Bolivianische Märkte
Sowohl in San Cristópal, wie auch als ich in Uyuni
eintraf, war gerade Markt und an unzähligen Ständen wurden Kleider, Spielzeige,
Haushaltsgeräte, diverse Lebensmittel, Berge von Eiern und natürlich auch viel
frisches Obst und Gemüse angeboten. Nach den Tagen in der Einsamkeit mit trockenen
Keksen und Teigwahren, konnte ich von den vielen Farben und Gerüchen fast nicht
genug bekommen. Zu meiner Überraschung ist das Gemüse und Obst hier nicht nur
sehr günstig und frisch, sondern auch noch unheimlich lecker. Man bemerkt, dass
ich langsam in die Nähe des Äquators und somit den Tropen komme. Auch wenn die
Früchte nicht hier oben auf 3700m wachsen, so ist der Weg hier hin nicht mehr
so weit.
Als ich an meinem zweiten Tag hier in Uyuni wieder
einkaufen wollte, war der Markt verschwunden und ich fand nirgends mehr frische
Produkte. In den zahlreichen kleinen Läden fand ich wieder nur das übliche
Angebot von Keksen, Chips und Süssgetränken. Gerade als ich schon fast aufgeben
wollte und hoffte, dass am nächsten Tag wieder Markt ist, stolperte ich in eine
Markthalle, die über und über voll mit kleinen Ständen war, an der man alles
was das Herz begehrt erstehen kann. Ich fühlte mich, als hätte ich das Tor ins
Paradies oder Schlaraffenland gefunden. Nun hatte ich nicht mehr das Problem wo
ich Tomaten bekomme, sondern an welchem Stand ich den nun welche kaufen soll.
Andere Touristen
In den anderen Ländern kam ich immer wieder in
Kontakt mit anderen Touristen und begegnete auch regelmässig anderen
Veloreisenden. Seit Santiago, habe ich nur einen einzigen anderen Veloreisenden
getroffen. Nun hier in Bolivien sind sogar die anderen Touristen seltener
geworden. Die meisten Touristen mieten sich einen Geländewagen, (meist ein Toyota Land Cruiser) inklusive
Fahrer und fahren damit zu den Sehenswürdigkeiten. So gibt es Orte, an denen es
fast nur Touristen und Souvenirstände gibt. Hingegen zu anderen Orten, wie zum
Beispiel zu den Märkten kommen die Geländewagen nicht und ich habe das Gefühl
in einer anderen Welt zu sein. Alle Bolivianer sind sehr freundlich, auch
wenn ich mich mit meinem sehr schlechten Spanisch nur schlecht verständigen
kann und sie oft mehrere Male wiederholen müssen wie teuer etwas ist oder
erraten müssen, was genau ich den nun will. Cocablätter kauend hören sie mir
geduldig zu, nennen mich „Amigo“ und versorgen mich danach mit allem was ich
brauche ohne aufdringlich zu sein.
Ein Land zum verlieben
Auch wenn hier vieles improvisiert und sehr
einfach ist, so fühle ich mich sehr wohl. So gibt es zum Beispiel trotz Armut
keine Bettler. Vielen Strassenhändler sieht man an, dass sie nicht viel
besitzen und trotzdem betteln sie nicht, sondern versuchen etwas zu verkaufen.
Auch wenn es nur ganz einfache Kleinigkeiten sind.
Wieder einmal durch eine Mischung aus Internetrecherche,
Bauchgefühl und Glück, bin ich in einem kleinen Hostel gelandet, das in einer grosszügigen
Wohnung Zimmer vermietet. Im Moment in ich sogar der einzige Gast und habe so die
grosse Wohnung mit einer fantastischen Aussicht über Uyuni für mich alleine. Und
dies für nur 75 Bolivianos (ca. 10.- Franken) pro Nacht.
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| Cañion de Alota |
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| Alota |
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| Eisenbahnfriedhof Uyuni |
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| Eisenbahnfriedhof Uyuni |
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| Uyuni |
















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