Dienstag, 19. März 2024

Der Beginn der Atacama-Wüste (Caldera, Chile)

 Weiter ging es alles der Küste entlang in den Norden und somit hinein in die Atacama-Wüste. Ich weiss nicht ob es an der Küste und dem kalten Pazifik liegt oder am Herbst, jedenfalls sind die Temperaturen hier sehr angenehm zwischen 20 und 30 Grad mit einer kühlen Meeresbrise. Am Abend wurde es zum Teil sogar schon so frisch, dass ich wieder die warme Jacke und Mütze auspacken musste um noch etwas neben dem Zelt sitzen zu können. Am Morgen erwachte ich zudem häufig im Nebel auf und die Wolkenfezen verzogen sich erst am Mittag.

Wilde Esel 🥰
Je weiter ich fuhr je sandiger wurde der Boden und die Sträucher und Kakteen wurden kleiner und seltener. Am Rande der Wüste begegnete ich zahlreichen Familien von wilden Eseln. Mit grosser Freude begann ich sie zu fotografieren. Sie sind jedoch sehr scheu und schauten mich mit grossen Augen an. Versuchte ich mich ihnen zu nähern zogen sie sich mit der selben Geschwindigkeit von mir zurück um mich danach erneut anzustarren. Es ist faszinierend wie sie da am Rand der Wüste von den vertrockneten Sträuchern leben können. Und es wird klar, weshalb Esel in der Schweiz bei den saftigen Wiesen so schnell dick und krank werden, können sie doch mit dem wenigen was diese karge Gegend hier bietet überleben und Junge aufziehen.

Erneut nächtliche Besuche
Weniger Freude hatte ich an irgend welchen Nagern die mich in der Nacht besuchten. Beim ersten Besuch war am Morgen das Brot in der Tasche mit den Vorräten angenagt. Da ich die Tasche offen gelassen hatte ärgerte ich mich und beschloss sie zukünftig zu schliessen. Drei Nächte ging es gut, bis ich wieder Besuch bekam. Da die Tasche nun geschlossen war nagte sich das Tier kurzerhand ein Loch hinein um an das Brot zu kommen. Nun war mein Mittagessen trotz geschlossener Tasche angenagt und die Tasche hatte zudem ein grosses Lüftungsloch. In beiden Nächten hab ich überhaupt nichts von den Besuchern mitbekommen, obwohl die Tasche direkt neben mir im Vorzelt stand. Weshalb ich die Lebensmittel nicht zu mir ins Zelt nehme? Mit meiner Phobie vor Mäusen wäre es das schlimmste für mich, wenn sich eine Maus zu mir ins Zelt nagen würde. Da lasse ich lieber alles im Vorzelt und gebe ihr keinen Grund zu mir ins Zelt zu kommen. Die Tasche hab ich mittlerweile mit einem Stück Plane, das ich am Strassenrand fand repariert. (Hab mich noch selten so über Abfall in der Landschaft gefreut.) Nun muss ich noch irgend eine System herausfinden um die Nager von meinen Taschen fern zu halten.

Ein Hoch auf Minimärkte
Zu meinem Erstaunen gibt es hier am Rand der Wüste immer noch viele Dörfer und somit Einkaufsmöglichkeiten. Kaum stehen ein paar Häuser zusammen gibt es unter ihnen auch mindestens einen Minimarkt, in dem man das nötigste kaufen kann. Die Teigwaren müssen manchmal zwar zuerst abgestaubt werden, das Beot ist meistens trocken und wen es überhaupt Obst und Gemüse gibt, so ist es näher an Kompost als frisch. Ich musste mir so jedoch keine Sorgen um genügend Essen und Trinken machen. Zur Sicherheit füllte ich trotzdem bei jeder Gelegenheit alle Flaschen auf und transportiere so etwas mehr Gewicht als nötig durch die Gegend.
Erneut knapp wurden stellenweise jedoch die Strassen. Mehrere Male hatte ich die Wahl zwischen Autobahn und riesigen Umwegen über Schotterpisten mit viel Sand. Da ich keine Lust hatte Phönix tagelang durch den Sand zu schieben, ging ich trotz Verbotsschilder auf die Autobahn und fuhr auf dem Seitenstreifen weiter. Dies schien hier niemanden zu stören und selbst die Polizei fuhr kommentarlos an mir vorbei.

Immer wie mehr Wüste
Wie die Pflanzen und Strassen werden langsam doch auch die Abstände zwischen den Dörfern grösser. Bevor ich mich noch weiter in die Trockenheit vorwage, entspanne ich mich nochmals auf einem Campingplatz. Auch hier ist die Sommersaison vorbei und die meisten Plätze geschlossen. Ein offener hab ich zum Glück noch gefunden. Er ist natürlich einer der teuersten, dafür hab ich wieder die ganze Anlage für mich alleine, Meersicht und die Duschen sind sogar warm und mit einem anständigen Wasserdruck. 🥰






















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