Dienstag, 26. März 2024

Atacama-Wüste (Antofagasta, Chile)

 Die Wüste wurde tatsächlich noch trockener und die Distanzen zwischen den Dörfern grösser. So füllte ich die Flaschen mit Wasser und fuhr mit 9l in die Einsamkeit hinein. Die Pflanzen waren nun alle verschwunden, dafür konnte ich im Pan de Azúcar Nationalpark auf einsamen Strassen schöne Felsformen und Gesteinsfarben bewundern. Die Temperaturen waren jedoch wärmer als ich gedacht hab und der Durst grösser. So legte ich mehr Kilometern zurück als geplant um etwas früher in der nächsten Ortschaft zu sein und wieder tanken zu können.


Grösste Herausforderung dieser Reise
Einen Tag später konnte ich entspannte 50 km der Küste entlang durch Nebel fahren. Hier hatte es wieder zwei kleine Dörfer und verschiedene kleine Siedlungen. Sogar Esel weideten am Strassenrand die keine Angst vor mir hatten. So hatte ich genügend zu trinken, nicht zu warm und anstrengend war es auch nicht.
Nach dem zweiten Dorf ging die Strasse jedoch wieder ins Landesinnern und somit auch wieder hinauf in die Berge. Also belud ich Phönix dieses Mal mit knapp 11l und nahm den Anstieg in Angriff. Ab Meereshöhe ging es innert 30 km auf 2000 m hinauf. Schon bald war der Nebel verschwunden und die Sonne brannte mit voller Wucht auf mich hinab. Der Schweiss lief nur so hinunter und die Strasse wollte und wollte nicht enden. Anstelle es gut sein zu lassen und am nächsten Tag weiter hinauf zu fahren, musste ich natürlich durchziehen und fuhr bis ganz hinauf. Da war ich kaputt wie schon länger nicht mehr und fiel nur noch ins Zelt. Auch am nächsten Tag war ich nur Pudding. Zum Glück ging es nun mehrheitlich flach oder sogar bergabwärts weiter. Du die Anstrengung hatte ich mehr Wasser verbraucht als geplant und war sehr froh, als ein Auto anhielt und mir alle Flaschen auffüllte. So konnte ich auch am zweiten Tag weiter viel trinken und den Wasserverlust ausgleichen. Ich nahm mir vor, den nächsten solchen Anstieg etwas ruhiger anzugehen. 

Trockenste Wüste der Welt
Die Luft im Landesinnern ist, wie alles da sehr trocken. Zudem wehte ein zünftiger Wind und ich konnte regelrecht spüren wie ich austrocknete. Die Landschaft hat das schon länger hinter sich und besteht mehrheitlich nur noch aus Steinen und Staub. Da regnet es so selten wie sonst nur am Süd- und Nordpol. Oft fällt über Jahre bis Jahrzehnte kein Regen. Dies verringert jedoch nicht die Schönheit der Landschaft. An vielen Orten leuchtet sie rot und ich kam mir vor wie auf dem Mars. Die seltenen Regenfällen haben verschiedene Täler und Schluchten gefressen und der Wind wieder vieles abgeschliffen. Dadurch hat es viele verschiedene Formen und Figuren gegeben. Sogar kleine Oasen gibt es, an denen Grundwasser, das von den Anden genährt wird an die Oberfläche kommt und für ein paar Quadratmeter alles grün macht.

Mano del Desierto 
Da ich nun genügend Wasser hatte, machte ich noch einen Abstecher zur Mano del Desierto (auf Deutsch „Wüstenhand“). Das ist eine 11 m hohe Hand aus Stahlbeton des Künstlers Mario Irarrázabal, die 1992 eingeweiht wurde. Sie hat die selbe Farbe wie die Wüste, die an dieser Stelle nicht mehr rot, sondern nur noch staubgrau ist. Die Hand schaut aus dem Boden als würde jemand in ihm versinken oder der Wüste sei eine Hand gewachsen mit der sie den Reisenden zuwinkt. Je nachdem wie man das Kunstwerk betrachtet. 
Seit langem bin ich also wieder einmal bei einer Touristenattraktion und es ist eine willkommene Abwechslung den Leuten zuzuschauen wie sie Fotos von sich und der Hand machen. Wie immer kann ich mich herrlich amüsieren wie sie mit den Natels herum laufen und sich immer wieder in Pose werfen. 

Antofagasta 
In der Nähe der Hand übernachtete ich nochmals, bevor ich wieder auf Meereshöhe hinab, nach Antofagasta fuhr. Das ist eine Stadt hier inmitten der Wüste. Hier wird Salz, Kupfer und andere Rohstoffe die in der Wüste gewonnen werden auf Schiffe verladen und in die Welt hinaus gefahren. Ich erwartete eine ziemlich trostlose und zweckmässige Stadt. Wurde jedoch einmal mehr mit einer farbigen, und verhältnismässig sauberen Stadt mit sehr vielen modernen Läden überrascht. Hier kann man alles kaufen und auch wenn ich in der Schweiz wenn immer möglich einen grossen Bogen um Einkaufszentren mache, genoss ich es durch die Shopping Mall zu spazieren und bekannte Marken und Geschäfte zu sehen. 
Wie bereits in Santiago hab ich mir ein Zimmer genommen. Das hier liegt zwar halb in einem Keller und hat keine Küche, das Bett ist jedoch weich und die Dusche hat warmes Wasser und einen ordentlichen Wasserdruck. Zudem geniesse ich es wieder einmal frisches Bot, Früchte und Gemüse Essen zu können. So kann ich mich gut auf die nächste Etappe durch die Wüste und hinauf in die Anden vorbereitend. 

Nationalpark Pan de Azúcar




Nationalpark Pan de Azúcar

Grundwasseroase im Nationalpark Pan de Azúcar






Mano del Desierto

Mano del Desierto

Mano del Desierto

Antofagasta 

Antofagasta

Antofagasta

Antofagasta





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