Nach dem ich mich in Antofagasta erholt hatte und nochmals im Luxus der modernen Zivilisation gebadet hatte, machte ich mich ein letztes mal auf in die Wüste.
Bequeme Fahrt
Dieses Mal ging es nur 15 km und 500 Höhenmeter steil hinauf. Danach kam ich in ein breites Tal, das schön gleichmässig nach oben führte. Mit Rund 1000 Höhenmetern auf 100km, die ich dank einem zünftigen Rückenwind fast nicht bemerkte, fuhr ich ins Landesinnere. Ich entschied mich die leichtere Route, der grossen Strasse entlang zu nehmen. So kam ich täglich mindestens durch ein Dorf und hatte so sicher immer genügend Wasser.
Der Verkehr war zu meiner Freude auch kein Problem, da die Strasse nach Calama zurzeit von 2 auf 4 Spuren ausgebaut wird. Über grosse Strecken sind die neuen zwei Spuren bereits fertig, der Verkehr wird jedoch noch überall auf zwei Spuren geführt. So hatte ich ganz bequem zwei neu geteerte Spuren und ein breiter Seitenstreifen für mich alleine.
Bergbau
In der unendlichen Weite der trockenen Wüste kam ich immer wieder an Minen vorbei. Von den meisten sah ich nur die riesen Schuttberge. Und vereinzelt die grossen Tracks die den Schutt auf den Hügeln abluden.
Neben den aktiven Minen, kam ich auch immer wieder an geschlossenen und aufgegebenen vorbei. Wie auch die Stadt Pampa Union sind diese Minen nur noch Ruinen aus einzelnen Mauern, die langsam von der Wüste zurück erobert werden.
Der Rand der Wüste
So kam ich immer wie höher hinauf und die Strasse wurde immer wie steiler, bis ich schliesslich auf meinem ersten hohen Pass, dem „Paso Barros Arana“ auf 3440m stand. Auf der Passhöhe hatte es plötzlich wieder kleine grüne Sträucher und ein paar Guanacos weideten am Strassenrand.
In Richtung Bolivien konnte ich schneebedeckte Berge erahnen, das meiste war jedoch in dicke Regenwolken gehüllt. Als ich anschliessend wieder hinunter nach San Pedro de Atacama fuhr, kamen die Wolken immer wie näher und am Abend regnete es sogar ein paar Minuten lang. Das war mein erster Regen seit 47 Tagen. Da hatte ich im Norden der Insel Chiloé ein paar Tropfen,
Abschied von der Atacama-Wüste
Hier in San Pedro endet für mich nun das Atacama - Abenteuer. Erst jetzt, wo ich zurückschaue wird mir bewusst wie lange ich in der Wüste war und wie gross sie ist. Je nach dem was man alles zur Wüste zählt ist sie 105‘000km2 bis 180‘000km2 gross. Also 2,5 bis 4,5 Mal so gross wie die Schweiz. Fast vier Woche, also fast den ganzen März war ich in ihr unterwegs. Ich hab es sehr genossen mir keine Sorgen um Regen und kalten Temperaturen zu machen und fühlte mich stets sehr wohl in der trockenen und weiten Landschaft. In meinem früheren Leben muss ich in irgend einer Wüste gelebt haben. Wahrscheinlich als Nomade…
Nun mache ich nochmals eine Pause und bringe meine Ausrüstung auf Vordermann bevor ich definitiv hinauf in die Höhe und nach Bolivien fahre. Vor diesem Abenteuer, durch Bolivien zu fahren habe ich etwas Respekt. Zwar freue ich mich sehr auf die spannenden Landschaften und neuen Herausforderungen, werde aber auch etwas nervös wenn ich an die grosse Höhe, die schlechten Strassen, tiefen Temperaturen und weniger gute Versorgungslage denke. Aber ich hab nun genügend Zeit mich hier in San Pedro darauf vorzubereiten und Mut zu tanken. Je länger ich hier warte, je trockener wird es dort oben, aber leider auch kälter.













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