Überfüllte Strände
Motiviert machte ich mich auf, das Seengebiet zu erkunden. Auf einer Länge von Rund 300 km hat es hier einen See neben dem andern und dazwischen Vulkane wie aus dem Bilderbuch, so wie viele fruchtbare Felder. Mit der Erwartung ein paar Tage durch schöne Landschaft fahren zu können und an Seeufern zu übernachten startete ich in diese Etappe. Der erste Tag wurde meinen Erwartungen noch gerecht, danach wurde ich jedoch eines besseren belehrt. Sobald die Gegend etwas flacher wurde, verschwanden die kleinen Bauernhöfen und die Felder wurden immer wie grösser und intensiver genutzt. Zwischen ihnen hat es zwar immer noch sehr viele Bäume und Hecken aber der Charme der kleinen Höfe war verschwunden.
Da hier in Chile immer noch Sommerferien sind und die Temperatur täglich um die 30 Grad, fahren viele zur Abkühlung an die Seen. Das führt dazu dass die Strände, welche nicht in Privatbesitz und abgesperrt sind, von badenden Familien überlaufen. Neben Badestränden und Privatgrundstücken hatte ich Mühe geeignete Übernachtungsplätze zu finden. Nach einer Nacht auf einem überteuerten Campingplatz, weit weg vom See und mit Strassenlärm hatte ich die Nase voll von dem Gebiet und entschied an die Küste zu fahren.
An der Küste sind sie Temperaturen deutlich kühler und das Klima angenehm. Wie ich bereits weiter im Süden feststellte, gibt es jedoch nur wenige Strassen, welche der Küste folgen und der Pazifik ist oft mehrere Kilometer entfernt. Kam ich aber an ihn, wurde ich mit sehr schönen Klippen und friedlichen Buchten belohnt. Zwei Mal gelang es mir nahe am Strand einen guten Platz für die Nacht zu finden und konnte schöne Sonnenuntergänge bewundern. Einer dieser Plätze teilte ich mit einem anderen Veloreisenden der von Norden in den Süden unterwegs ist. Als wir gemeinsam den Sonnenuntergang anschauten waren wir uns einig, dass dies einfach immer wieder von neuem ein sehr schönes Ereignis ist. Zudem stellten wir lachend fest, dass wie beide von jedem Sonnenuntergang unzählige Fotos machen obwohl wir bereits tausende von Sonnenuntergangsbilder besitzen.
Autobahn
Durch die erneut hügelige Landschaft kamen auch die kleinen Bauernhöfe zurück. Auf kleinen Parzellen wurden von Hand Kartoffeln gegraben, mit altertümlichen Dreschmaschinen Getreide gedroschen oder sogar mit Ochsenkarren die Ernte zusammengeführt. Ich fühlte mich in eine vergangene Zeit zurück versetzt, schaffte es jedoch nicht davon gute Fotos zu machen.
Einmal mehr hatte ich die Wahl auf steilen Schotterpisten in schlechtem Zustand der Küste zu folgen oder auf grösseren Strassen weiter im Landesinnern schneller voran zu kommen. Da Wolken aufzogen und der Pazifik im Nebel verschwand, entschied ich mich etwas Strecke zu machen und fuhr auf grösseren Strassen weiter. Hier in Chile ist es sogar erlaubt mit dem Velo auf der Autobahn zu fahren. Dies nutzte ich aus und stellte fest, dass die Autobahn gegenüber anderen grossen Strassen mehrere Vorteile hat. Auf ihr hat es wegen der anfallenden Maut eher weniger Verkehr als auf Hauptstrassen und dadurch dass sie mehrspurig ist viel mehr Platz. Eine Maut musste ich mit dem Velo nicht bezahlen und konnte bei den Mautstellen neben den Barrieren durch fahren. Die Busshaltestellen stehen hier mit ihren Haltehäuschen direkt auf der Autobahn und so sind es die Auto- und Lastwagenfahrer gewohnt, das es auch Langsamverkehr auf der Autobahn hat. Ihr Tempo ist auf ihr auch nicht schneller als auf anderen Strassen. Oder besser gesagt fahren sie auf den anderen Strassen nicht langsamer als auf der Autobahn. Lustigerweise ist der Zaun neben der Strasse hier kleiner, je grösser die Strasse ist. Das führt nicht nur dazu dass sich ab und an Ziegen oder Kühe auf die Fahrbahn verirren, sondern ich auch viel leichter geeignete Schlafplätze fand. Zwar nicht die schönsten, aber da eh alles im Nebel lag und ich müde in den Schlafsack viel, machte mir dies nichts aus. Nur viel von der Umgebung bekam ich bei den Autobahnabschnitten nicht mit. Ausser unendlichen Eukalyptus-Plantagen in allen Wachstumsstadien, Dörfer, welche sich wie ein Ei dem anderen gleichen und Nebel bekam ich nichts zu sehen.
Müde und Motivationsprobleme
Bereits seit dem letzten Ruhetag hatte ich nicht wirklich viel Energie, was durch die langen Etappen nicht besser wurde. Die langen Autobahnabschnitte zogen sich hin und ich musste mich mit Hörbüchern ablenken und nicht zu verzweifeln. Gerne hätte ich schon früher einen erneuten Ruhetag gemacht, aber ich fand keinen geeigneten Campingplatz. Also fuhr ich weiter bis schliesslich die Gegend wieder etwas touristischer wurde und ich einen schönen Campingplatz fand. Fast gleichzeitig mit meinem Eintreffen auf dem Campingplatz verzogen sich auch die Wolken und das schöne Wetter kam zurück. Nun geniesse ich es, die Beine hoch zu halten und mich zu erholen. Gleichzeitig versuche ich meine nächsten Etappen zu planen. Hier, in der Mitte von Chile gibt es unzählige von Möglichkeiten und Strassen. Ich wünschte, es gäbe wieder nur eine oder zwei wie in Patagonien, das würde mein Leben leichter machen.
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| Andenschakal |
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| Volcán Osorno |
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| Lago Rupanco |
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| Lago Puyehue (Sonnenaufgang) |
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| Lago Ranco |
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| Lago Ranco |
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| Scavenger Vogel Mönchsgeier |
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| Lota |
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