Mittwoch, 14. Februar 2024

Die Insel Chiloé (Ensenada, Chile)

Nach einer fünf stündigen Überfahrt mit einer Fähre landete ich in Quellón, im Süden der Insel Chiloé. Chiloé ist die zweit grösste Insel von Chile und mit ihren 9‘322km2 1.5 mal so gross wie der Kanton Bern.

Auf und ab
Von weitem sieht die Insel ziemlich flach aus, da sie keine Berge hat. Aber ich musste schnell feststellen, dass sie alles andere als das ist und die Strassen gingen stets nur rauf oder runter. Nie lange, dafür immer wieder und zum Teil extrem Steil. 
Von Quellón geht eine grosse Strasse quer über die Insel. Da ich aber etwas mehr sehen wollte verlies ich mehrere Male die Strasse und fuhr auf kleinen Strassen weiter. Die sind jedoch oft nicht geteert und bei dem losen Untergrund hatte ich keine Chance die Anstiege hinauf zu fahren. So schob ich regelmässig Phönix schon fast senkrecht den Hang hinauf. Nur um danach auf der anderen Seite in Schritttempo hinunter zu fahren um bei den vielen losen Steinen nicht auszurutschen. So hatte ich jede Menge Zeit sie Umgebung zu bewundern. 

Landwirtschaft
Im Süden der Insel hat es viel Wald, während es im Norden viele kleine Bauernhöfe gibt. Auf meist sehr steilem Land betreiben sie in kleinen Parzellen Selbstversorgung. So laufen da nicht nur viele Hunde auf der Strasse rum, sondern auch Hühner, Enten, Schweine, Schafe und Kühe. In den Gärten sah ich zum ersten Mal hier in Südamerika Kartoffelstauden und verschiedene Gemüsearten. 

Pazifik
Auch zum ersten mal kam ich an den offenen Pazifik. Da keine Strassen an den Strand führen und die Einheimischen lieber in einem der Seen baden und nicht im Meer, musste ich eine Weile suchen, bis ich einen Zugang fand. Als ich es geschafft hatte, konnte ich fast alleine auf einem grossen Strand einen schönen Sonnenuntergang geniessen. Dabei kam ich mir ganz klein vor. Vor mir mehr als 9‘000 km nichts als Meer und auf der anderen Seite liegt Neuseeland. Ziemlich genau  vor einem Jahr sass ich da am Strand und schaute in die entgegengesetzte Richtung. Dabei überlegte ich wie es wohl da ist und ob ich es einmal schaffen werde dieses Land zu bereisen. Nun, nur ein Jahr später habe ich es geschafft und erkunde diese Seite des Pazifiks. 

Wieder Festland
Nach 3 1/2 Tagen verlies ich die Insel wieder. Dieses Mal brauchte die Fähre nur eine halbe Stunde bis zum Festland. Da wurden die Strassen endlich langsam etwas flacher und ich kam wieder ein bisschen schneller voran. Auch die Landwirtschaft wurde schnell wieder grossräumiger. Hier wird neben etwas Getreide vor allem Milch produziert und an vielen Hofeinfahrten hängt ein Nestle Werbeplakat. 

Veloreisende
Nach dem ich auf der Carretera Austral vielen anderen Veloreisenden begegnet bin, war ich auf der Insel Chiloé alleine auf weiter Flur. Ich bin gespannt, ob ich nun hier auf dem Festland wieder vermehrt Verloreisenden begegnen werde. Den hier ist es äussert angenehm so zu Reisen. Regelmässig kommen Lebensmittelläden und ich könnte täglich auf einem Campingplatz übernachten. Das Klima ist sehr angenehm und manche Strassen haben sogar einen Fahrradstreifen. 
Bevor ich aber weiter bequem in den Norden fahre, habe ich mich am Lago Llanquihue mit Blick auf den Vulkan Osorno niedergelassen und mache einen Tag Pause.
 



Castro 

Castro

Castro


Rio Grande

Bronzekiebitz




Pinguine 🥰





Lago Llanquihue und Volcán Osorno


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