Dienstag, 6. Februar 2024

Carretera Austral (Chaitén, Chile)

Mit der Nase voll vom Wind, fuhr ich nach Chile. Einmal mehr staunte ich, wie schnell sich die Landschaft verändern kann. In Argentinien fuhr ich hunderte von Kilometer durch ähnliche Landschaft und weiter im Norden ginge es noch lange so weiter. Nun aber hier im Westen fand ich mich nach wenigen Kilometern in einer völlig anderen Umgebung. Die Steppe war mit samt der Trockenheit und den Guanacos verschwunden. Stattdessen war ich inmitten von steilen Bergen, die oben mit Schnee und unten mit grünen Wäldern bedeckt sind. Dazwischen neben vielen Flüssen und Seen, kleine Dörfer und viel Landwirtschaft. Da das Klima langsam wärmer wird gibt es auch immer wie mehr Pflanzen, die in der Schweiz nicht im Freien wachsen. Zum Beispiel gibt es überall Fuchsien die im Moment in voller Blüte sind. Aus dem Dickicht höre ich immer wieder fremde Vogelstimmen singen, die mich zum Teil an Neuseeland erinnern. 

Carretera Austral
Ich kam mir vor, als wäre ich in einem riesigen Labyrinth aus Bergen und Tälern und sehr froh, konnte ich alles der Carretera Austral folgen und musste mir den Weg nicht selber suchen. Die Carretera Austral ist eine rund 1350 km lange Strasse die durch das südliche Chile von Süd nach Nord führt. Ihr Zustand ist viel besser als ich erwartet hatte. Und nur wenige Abschnitte waren mit losem Kies bedeckt. Da es hier feuchter ist sind diese Abschnitte zudem viel weniger staubig und besser befahrbar als im Osten. Nur gibt es hier nun auch wieder mehr Verkehr und mehr Höhenmeter. Auf den 550 km, die ich auf der Carretera Austral fuhr, machte ich rund 7000 Höhenmeter. Trotz den Steigungen und dem Verkehr scheint die Strecke bei Veloreisenden sehr beliebt zu sein. Ich begegnete bis zu 20 anderen vollbepackten Velos am Tag. Die allermeisten von ihnen fuhren jedoch in den Süden und nicht wie ich Richtung Norden.

Abwechslung
Obwohl hier viel mehr los ist und die Gegend dichter besiedelt, erlebte ich unterwegs viel weniger als zuvor in der Steppe. Vielleicht ist diese Strecke auch deshalb so viel beliebter bei den anderen Veloreisenden, da es viel berechenbarer und bequemer ist als die Route durch Argentinien. Das bedeutet jedoch auch viel weniger Abenteuer und Herausforderung. Für den Moment geniesse ich es, es für einmal etwas einfacher zu haben und ohne Probleme Wasser und gute Schlafplätze zu finden. Aber ich freue mich dann auch wieder auf Etappen die etwas mehr Abenteuer bieten. Wie immer macht es die Abwechslung und ich bin zuversichtlich, dass das Abenteuer bald von alleine wieder zurück kommt und sonst muss ich nur die Route etwas anpassen und etwas abseits fahren…









Chucao














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