Sonntag, 6. Oktober 2024

Neuer Kontinent (Santiago, Panama)

Endlich war es soweit und das Boot legte in Cartagena ab. Da es keine Möglichkeit gibt, auf dem Landweg von Kolumbien nach Panama zu gelangen, entschied ich mich mit einem Segelboot nach Panama zu fahren.
 
Die Überfahrt
All mein Gepäck hatte problemlos unter Deck platz und Phönix bezog einen Platz oben auf dem Dach neben dem Segel. So konnte das Abenteuer über das karibische Meer zum nächsten Kontinent beginnen. Leider hatte es nicht viel Wind und wir konnten nicht segeln, sondern fuhren die ganze Strecke mit dem Motor. So tuckerten wir mit 10 km/h über das meist sehr ruhige Wasser. Neben den vier Crewmitgliedern haben auf der «Wild Card» 20 Passagiere Platz. Wir waren 17. Es hätten also noch mehr Leute Platz gehabt, aber schon so war es ziemlich eng. Ich bekam ganz vorne im Bug einen Schlafplatz, den ich sogar mit einem Vorhang abtrennen konnte. Da schaukelte es zwar etwas mehr, dafür war ich wenigstens ein bisschen für mich und weit weg vom Motor. Alle anderen Passagiere waren jünger als ich und nahmen eine Menge Alkohol mit an Bord. So wurde viel getrunken und es was oft ziemlich laut. Zum Glück kann ich immer und überall gut schlafen und so konnte ich die Überfahrt trotzdem geniessen.
 
San Blas
Nach 40 Stunden auf hoher See kamen die ersten Inseln in Sicht. Wie Inseln in Bilderbüchern, sind die San Blas Inseln oft kreisrund, bestehen aus Sand und auf ihnen stehen eine Menge Kokosnusspalmen. Als wir das erste Mal neben einer Insel ankerten und hinüberschwammen, kam ich mir vor wie in einem Ferienkatalog. Sandstrand, Palmen und türkisfarbenes Wasser. Auf dem Strand konnte man in wenigen Minuten um die ganze Insel herumspazieren und mit etwas Kraft gelang es uns sogar Kokosnüsse zu knacken und zu essen. Auf dem Boot hatte es zudem Taucherbrillen und Schnorchel. So konnte ich auch die Unterwasserwelt erforschen. Ich war fasziniert was da unter dem Wasserspiegel für eine völlig andere Welt war. In kleinen Korallenriffen wimmelte es nur so von Fischen in allen Grössen und Farben. Oft konnte ich erstaunlich nahe an die Fische heranschwimmen und sie mir ganz genau anschauen. Einmal sah ich sogar eine Schildkröte, die gemütlich durch das Korallenriff schwamm und danach im Meer verschwand.
So besuchten wir noch zwei weitere Inseln. Je weiter in den Westen wir kamen, je öfters waren die Inseln auch bewohnt. Auf manchen standen kleine Hütten aus Wellblech und Palmblätter. Auf anderen kleine Villen mit Anlegestelle und Luxusyacht. Mit der Zeit hatte es immer wie mehr andere Boote und es wurde etwas touristischer. Auf der letzten Insel hatte es sogar ein Restaurant und kleine Hütten die man mieten kann.
 
Panama
In der fünften und letzten Nacht auf dem Boot, fuhren wir noch das letzte Stück zum Festland. Am Morgen holte der Kapitän für uns alle den Einreisestempel ab und wir konnten ohne Kontrolle nach Panama einreisen. Und ich war wieder in einem neuen Land, auf einem neuen Kontinent. Der vierte Kontinent in meinem Leben (zählt man die zwei kurzen Stopps in Singapur auch, so ist es sogar der fünfte Kontinent) und der dritte mit dem Velo.
Auf den ersten Blick ist vieles gleich wie in Kolumbien. Auf den zweiten bemerkt man doch, dass man in einem anderen Land ist. Die Strassen sind etwas kleiner und in einem schlechteren Zustand. Die Lebensmittelläden grösser und auch kleine Ortschaften haben mindestens ein Einkaufszentrum. Das Klima ist immer noch sehr feucht und heiss und mein Navi zeigt regelmässig Temperaturen über 40 Grad an. Die Luftfeuchtigkeit ist jedoch etwas weniger hoch und somit ist es ein bisschen angenehmer. Vielleicht habe ich mich auch einfach nur daran gewöhnt. Jedenfalls fühlt es sich schon fast kalt an, wenn das Navi mal weniger als 30 Grad anzeigt.
Die Menschen sind auch hier in Panama sehr freundlich und ich werde regelmässig angesprochen und gefragt von wo ich komme und wohin ich gehe. Viele Sprechen zudem gut Englisch und erzählen mir sofort ihre ganze Lebensgeschichte. Dass ich auch Englisch nur sehr schlecht verstehe, kümmert dabei niemanden. Spricht jemand nicht Spanisch, so spricht er Englisch! Etwas anderes gibt es nicht. (Was wohl auch stimmen würde, gäbe es da nicht mich…)
Zu meinem Bedauern sind die Preise hier in Panama wieder deutlich höher als in Kolumbien. Die Zeit, in der ich für weniger als 10 Franken in einem Hotel übernachten konnte ist vorbei. So versuche ich wieder vermehrt zu zelten. Dies ist aber auch nicht ganz einfach, da ich bis jetzt noch keinen versteckten Platz zum Wildcampen sah. Campingplätze gibt es zwar wieder, aber nicht so oft. So greife ich halt etwas tiefer in die Tasche und versuche den Luxus zu geniessen. Jedenfalls die tägliche Dusche um den Schweiss und die Sonnencreme abzuwaschen schätze ich sehr! 


San Blas


San Blas

San Blas

Wild Card


San Blas

San Blas

San Blas


San Blas



Panama - Kanal

Panama - Kanal

Panama - Kanal

Panama - Kanal

Panama - Kanal

Panama - City

Panama - City

Panama - City

Panama - City

Panama - City



Pazifik


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