Endlich war es soweit und das Boot
legte in Cartagena ab. Da es keine Möglichkeit gibt, auf dem Landweg von
Kolumbien nach Panama zu gelangen, entschied ich mich mit einem Segelboot nach
Panama zu fahren.
Die Überfahrt
All mein Gepäck hatte problemlos
unter Deck platz und Phönix bezog einen Platz oben auf dem Dach neben dem
Segel. So konnte das Abenteuer über das karibische Meer zum nächsten Kontinent
beginnen. Leider hatte es nicht viel Wind und wir konnten nicht segeln, sondern
fuhren die ganze Strecke mit dem Motor. So tuckerten wir mit 10 km/h über das
meist sehr ruhige Wasser. Neben den vier Crewmitgliedern haben auf der «Wild
Card» 20 Passagiere Platz. Wir waren 17. Es hätten also noch mehr Leute Platz
gehabt, aber schon so war es ziemlich eng. Ich bekam ganz vorne im Bug einen
Schlafplatz, den ich sogar mit einem Vorhang abtrennen konnte. Da schaukelte es
zwar etwas mehr, dafür war ich wenigstens ein bisschen für mich und weit weg
vom Motor. Alle anderen Passagiere waren jünger als ich und nahmen eine Menge
Alkohol mit an Bord. So wurde viel getrunken und es was oft ziemlich laut. Zum
Glück kann ich immer und überall gut schlafen und so konnte ich die Überfahrt trotzdem
geniessen.
San Blas
Nach 40 Stunden auf hoher See
kamen die ersten Inseln in Sicht. Wie Inseln in Bilderbüchern, sind
die San Blas Inseln oft kreisrund, bestehen aus Sand und auf ihnen stehen eine Menge Kokosnusspalmen. Als wir das erste Mal neben einer Insel ankerten und hinüberschwammen, kam ich mir vor wie in einem
Ferienkatalog. Sandstrand, Palmen und türkisfarbenes Wasser. Auf dem Strand
konnte man in wenigen Minuten um die ganze Insel herumspazieren und mit etwas
Kraft gelang es uns sogar Kokosnüsse zu knacken und zu essen. Auf dem Boot
hatte es zudem Taucherbrillen und Schnorchel. So konnte ich auch die
Unterwasserwelt erforschen. Ich war fasziniert was da unter dem Wasserspiegel
für eine völlig andere Welt war. In kleinen Korallenriffen wimmelte es nur so
von Fischen in allen Grössen und Farben. Oft konnte ich erstaunlich nahe an die
Fische heranschwimmen und sie mir ganz genau anschauen. Einmal sah ich sogar
eine Schildkröte, die gemütlich durch das Korallenriff schwamm und danach im
Meer verschwand.
So besuchten wir noch zwei weitere
Inseln. Je weiter in den Westen wir kamen, je öfters waren die Inseln auch
bewohnt. Auf manchen standen kleine Hütten aus Wellblech und Palmblätter. Auf
anderen kleine Villen mit Anlegestelle und Luxusyacht. Mit der Zeit hatte es
immer wie mehr andere Boote und es wurde etwas touristischer. Auf der
letzten Insel hatte es sogar ein Restaurant und kleine Hütten die man mieten
kann.
Panama
In der fünften und letzten Nacht
auf dem Boot, fuhren wir noch das letzte Stück zum Festland. Am Morgen holte
der Kapitän für uns alle den Einreisestempel ab und wir konnten ohne Kontrolle
nach Panama einreisen. Und ich war wieder in einem neuen Land, auf einem neuen
Kontinent. Der vierte Kontinent in meinem Leben (zählt man die zwei kurzen
Stopps in Singapur auch, so ist es sogar der fünfte Kontinent) und der dritte
mit dem Velo.
Auf den ersten Blick ist vieles
gleich wie in Kolumbien. Auf den zweiten bemerkt man doch, dass man in einem
anderen Land ist. Die Strassen sind etwas kleiner und in einem schlechteren
Zustand. Die Lebensmittelläden grösser und auch kleine Ortschaften haben
mindestens ein Einkaufszentrum. Das Klima ist immer noch sehr feucht und heiss
und mein Navi zeigt regelmässig Temperaturen über 40 Grad an. Die
Luftfeuchtigkeit ist jedoch etwas weniger hoch und somit ist es ein bisschen
angenehmer. Vielleicht habe ich mich auch einfach nur daran gewöhnt. Jedenfalls
fühlt es sich schon fast kalt an, wenn das Navi mal weniger als 30 Grad anzeigt.
Die Menschen sind auch hier in
Panama sehr freundlich und ich werde regelmässig angesprochen und gefragt von
wo ich komme und wohin ich gehe. Viele Sprechen zudem gut Englisch und erzählen
mir sofort ihre ganze Lebensgeschichte. Dass ich auch Englisch nur sehr
schlecht verstehe, kümmert dabei niemanden. Spricht jemand nicht Spanisch, so
spricht er Englisch! Etwas anderes gibt es nicht. (Was wohl auch stimmen würde,
gäbe es da nicht mich…)
Zu meinem Bedauern sind die Preise
hier in Panama wieder deutlich höher als in Kolumbien. Die Zeit, in der ich für
weniger als 10 Franken in einem Hotel übernachten konnte ist vorbei. So
versuche ich wieder vermehrt zu zelten. Dies ist aber auch nicht ganz einfach, da
ich bis jetzt noch keinen versteckten Platz zum Wildcampen sah. Campingplätze
gibt es zwar wieder, aber nicht so oft. So greife ich halt etwas tiefer in die
Tasche und versuche den Luxus zu geniessen. Jedenfalls die tägliche Dusche um
den Schweiss und die Sonnencreme abzuwaschen schätze ich sehr!
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| San Blas |
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| Wild Card |
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| San Blas |
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| Panama - Kanal |
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| Panama - City |
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Panama - City
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Panama - City
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Panama - City
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Panama - City
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| Pazifik |
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