Dienstag, 16. Januar 2024

Der Süden von Patagonien (El Calafate, Argentinien)

Nach nun gut 2 Wochen hier in Südamerika, bin ich endlich ganz angekommen und staune nicht mehr jeden Morgen beim Aufwachen, das ich tatsächlich hier bin. Zudem bin ich wieder voll und ganz in meinem Radreise- Rhythmus drin und am Morgen und Abend packt sich alles fast von alleine ein und aus. 

Nach dem ich eine Woche in Chile war, wechselte ich wieder nach Argentinien. Der Grenzübertritt verlief problemlos und ich genoss es keine neue Sim-Karte und Bargeld organisieren zu müssen. Nur Sim- Karte austauschen und weiter ging's. Während Chile etwas grüner und gebirgiger ist, ist es hier in Argentinien wieder braun und trocken. Ich fuhr mehrere Male durch scheinbar unendliche weite Steppe, die von weitem nur leer und tot aussah. Aber beim genauer hinsehen hat es überall Tiere und spannende Pflanzen. Meistens waren die Tiere in Senken oder hinter kleinen Hügel im Windschatten. Und die Pflanzen in der Nähe von Bachläufen, Flüssen oder Tümpeln. So konnte ich wieder viele Guanakos, Nandus und Pelikane beobachten. An einem See machte ich das erste mal Bekanntschaft mit Schwarzhalsschwänen und am Himmel tauchten Kondore auf. Während die anderen Vögel wegen dem starken Wind nur dicht am Boden oder überhaupt nicht fliegen, segelten die Kondore in grosser Höhe dahin, als sei der Wind nur eine leichte Briese. 

Ja, der Wind ist hier definitiv das dominierende Element. Die ganze Natur scheint sich ihm angepasst zu haben und die Bäume, die keinen Windschutz haben, wachsen bereits von klein an schief und von ihm weggedreht. 
Weht der Wind gegen mich, so komme ich nur noch leicht schneller als Schrittgeschwindigkeit voran. Kommt er jedoch von hinten, so saust Phönix nur so dahin und ich brauche praktisch nicht mehr zu treten und fahre trotzdem zwischen 30 und 40 km/h. Und das ohne Fahrtwind. Am ärgerlichsten ist es jedoch, wenn er von der Seite kommt. So braucht es viel Konzentration um auf der Strasse zu bleiben und nicht ständig in den Strassengraben oder in die Mitte der Fahrbahn geweht zu werden. Nun zahlt sich mein Training von Island aus und ich hab weniger Probleme mit dem Wind als andere Velofahrer. 
Nicht nur der Wind ist hier stärker als in Europa, auch der Rest ist um einiges grösser und weiter. 200km bis zum nächsten Dorf ist keine Seltenheit, die Weiden und auch die Schaf und Rinderherden darauf sind riesig. Im Moment bin ich am Lago Argentino, dem grössten See von Argentinien und er ist gleich dreimal so gross wie der Bodensee. Neben den anderen Seen in der Umgebung und den weiten Steppen wirkt er jedoch überhaupt nicht so viel grösser. 

Zu meinem erstaunen hat es auf den Strassen viele europäischen Nummernschilder (Motorräder und Caravans). Vor allem Franzosen, Deutsche und Schweizer nehmen offensichtlich gerne ihre Fahrzeuge mit. So komme ich regelmässig ins Gespräch mit anderen Reisenden und kann mich regelmässig sogar auf deutsch unterhalten oder in englisch, was auch hier die gängige Sprache unter den Reisenden ist. So habe ich gar nicht so viel Kontakt zum Spanischen wie ich erwartet hab. Eventuell ändert sich das jedoch, wenn ich in weniger touristische Gegende komme. 


Nandus 


Gauchos 

Gauchos

Schwarzhalsschwäne

Lupinen 


Kondor


Pelikane 

Guanakos


Lago Argentino

Glacier Perito Moreno


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